Kapellari: Sexueller Missbrauch besonders inhuman
- Schutz von Kindern und Jugendlichen hat Priorität
- Priesterkandidaten noch genauer anschauen
Der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari hat den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der Kirche als "besonders schlimme Beispiele von Inhumanität" bezeichnet. Kapellari sprach sich auch dafür aus, neue Kriterien bei der Priesterausbildung einzuführen. "Man wird sich die Kandidaten natürlich noch genauer anschauen müssen als früher."
Was Konsequenzen für betroffene Geistliche betrifft, betonte Kapellari am Sonntag in der Fernsehpressestunde des ORF, dass die Kirche den "sicheren Weg zu Gunsten der potenziellen Opfer gehen muss" und "dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen klare Priorität hat".
Auf die Frage, ob er im Fall des sexuellen Missbrauchs von Priestern für deren Entfernung aus dem Amt ist, sagte Kapellari: "Für eine Entfernung aus dem Amt so, dass Seelsorge und Pastorale im Hinblick auf Kinder und Jugendliche nicht mehr möglich sein wird." Man müsse die "Sicherheit schaffen, durch eine Situationsgestaltung", in der ein verdächtiger Priester, der beschuldigt worden sei, nicht mehr neuen Schaden anrichten könne. "Wir gehen hier keinen bequemen Weg." Notwendig sei es, nicht vor der fremden Türe zu kehren, sondern vor der eigenen und Glaubwürdigkeitsdefizite abzubauen. "Perfekt wird's nie sein."
Angesprochen auf Berichte über Probleme in der St. Pöltner Diözese, wo schon mehrmals abgelehnte Kandidaten mit psychischen und anderen Problemen aufgenommen würden, gab sich Kapellari zurückhaltend. "Jede Diözese muss sich selbst verantworten, aber die Sache selbst ist klar und diskutabel." (apa)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
