Sonntag, 29. Februar 2004

Kommissionspräsident: Schüssel kostet Spekulation einen "Schmunzler"

  • Ziel: Österreich soll bis 2010 unter die "besten drei" der EU
  • PLUS: Soll Schüssel nach Brüssel gehen?

Die Spekulationen, dass er Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Romano Prodi werden könnte, kosten Bundeskanzler Schüssel "einen Schmunzler". Das erklärte Schüssel in einem Zeitungs-Interview. "Die Diskussion findet ausschließlich in Österreich statt", sagte der Regierungschef, "die Entscheidung wird Ende Juni nach den Parlamentswahlen in einer Nachtsitzung fallen. Alles, was da jetzt kursiert, sind österreichische Gerüchte."

Einen Wechsel nach Brüssel schloss Schüssel jedoch nicht explizit aus: "Wenn so etwas herangetragen wird, muss man dann darüber reden. Aber nicht, wenn ein Gerücht entsteht. Meine gesamte Lebensplanung ist auf Österreich ausgerichtet. Sie finden in holländischen, britischen oder italienischen Medien überhaupt keine Erwähnung dieser Geschichte und ich sehe überhaupt nicht ein, warum man dem jetzt Vorschub leisten soll. Das ganze ist nett und ehrenvoll, aber das war es auch schon."

Die für die ÖVP eher ungünstigen Umfragewerte vor den Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg beunruhigen Schüssel nicht: "Das sind Schicksalswahlen für die beiden Länder, aber mit der Bundespolitik haben sie nichts zu tun. Ich bin in den Meinungsumfragen schon so oft runtergeschrieben und als geschlossenes Kapitel bezeichnet worden, sodass mich das überhaupt nicht mehr beeinträchtigt. (...) Ich glaube, dass der Weg den wir gehen, für Österreich grosso modo richtig ist."

Seine politischen Ziele definierte Schüssel so: "Mein Denkhorizont reicht bis ins Jahr 2010. Ich möchte erreichen, dass Österreich zu diesem Zeitpunkt unter den besten drei der Europäischen Union ist. Das ist erreichbar. In einigen wichtigen Bereichen, wie in der Umwelt, der Beschäftigung oder der Bildung sind wir jetzt schon dort. In manchen Bereichen müssen wir noch kräftig aufholen." (apa)

29.2.2004 09:35