Samstag, 28. Februar 2004

Steiermark: Großalarm wegen Geiselnahme

  • 40-Jähriger Bosnier ging mit Messer auf seine Familie los
  • Cobra überwältigte psychisch kranken Täter

Unblutig ist am Samstagnachmittag eine versuchte Geiselnahme in der Weststeiermark zu Ende gegangen. Wie die Gendarmerie mitteilte, ist ein psychisch kranker Bosnier mit einem Messer auf seine Familie losgegangen. Als die Exekutive eintraf, versuchte der Mann auch die Beamten zu attackieren. Der Täter konnte schließlich von der Spezialeinheit Cobra ohne Schusswaffengebrauch überwältigt werden.

Der Bezirkskommandant des Gendarmerieposten Deutschlandsberg spricht von einem "psychischen Ausnahmezustand" des mutmaßlichen Geiselnehmers. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand.

Der Vorfall ereignete sich gegen 15.00 Uhr in St. Martin im Sulmtal (Bezirk Deutschlandsberg). Als der 40 Jahre alte Mann begann, seine Frau und seine vier Kinder - alle zwischen neun und zwölf Jahren - verbal zu bedrohen und versuchte, sie mit einem Messer zu attackieren, verständigte seine Ehefrau den Distriktsarzt.

Dieser hatte den mutmaßlichen Geiselnehmer erst vor kurzer Zeit wegen Selbst- und Gemeingefährdung ins Krankenhaus eingewiesen. Als der Bosnier auch den Mediziner bedrohte, flüchtete der Arzt und verständigte die Exekutive. Der Gattin und den Kinder gelang es, das Haus unverletzt zu verlassen.

Als der Täter auch auf die Gendarmeriebeamten mit einem 40 Zentimeter langen Messer los ging und der Einsatz von Pfefferspray nichts nützte, verständigten die Beamten die Verhandlungsgruppe der Cobra. "Der Täter verbarrikadierte sich in seiner Wohnung und ging auch nicht ans Telefon, als die Beamten versuchten mit ihm zu sprechen", erklärte der stellvertretende Cobra-Chef, Bernhard Treibenreif.

Gegen 17.30 Uhr konnten die Spezialeinheit schließlich die Wohnung stürmen und den Mann überwältigten. Die Exekutive vermutet, dass Eheprobleme und die Krankheit der Mutter zu diesem "Tief" geführt haben. Alle Beteiligten blieben unverletzt. Der mutmaßliche Geiselnehmer wurde in das Landessonderkrankenhaus eingeliefert. (APA)

28.2.2004 19:42