NEWS exklusiv: Briten wollen weniger Eurofighter bauen!
- Droht jetzt das "Aus" für Österreich?
- Peter Pilz fordert den Ausstieg aus dem Eurofighter-Vertrag
In Sachen Abfangjäger kommen auf den in dieser Causa ohnehin schon leidgeprüften Verteidigungsminister Günther Platter neue Probleme zu. Denn die wichtigsten Hersteller-Länder, Großbritannien und Deutschland, denken darüber nach, ausgerechnet bei der zweiten Tranche der Eurofighter - aus der Österreich seine Jets bekommen soll - enorme Änderungen vorzunehmen. Geht es nach dem Willen des britischen Verteidigungsministers Geoffrey Hoon, betrifft das vor allem die zu produzierende Stückzahl des Eurofighters.
Ruchbar wurde die neue Wendung in der Causa Eurofighter durch einen Bericht des renommierten deutschen Magazins "Der Spiegel". Demnach wird die deutsche Bundeswehr wohl deutlich weniger Eurofighter-Jets bekommen als jene 180 Stück (für 24 Milliarden Euro), die bisher fix eingeplant waren.
Hintergrund für den "Spiegel"-Bericht ist ein Schreiben Hoons an den deutschen Verteidigungsminister Peter Struck (SPD), das NEWS vorliegt.
Hoon übt in dem mit 11. Dezember 2003 datierten Brief an Struck Kritik am Eurofighter. Wenig diplomatisch führt der Brite aus, dass sich seit dem Start des Eurofighter-Programms vor 18 Jahren die militärischen Anforderungen an den Kampfjet "fundamental" geändert haben und nennt Unzulänglichkeiten des Jets und seiner Bewaffnung. Insgesamt sei das Projekt für das britische Verteidigungsbudget derart umfangreich, dass man es sich nicht leisten könne, ein "ineffizientes System" in Betrieb zu nehmen.
Laut "Spiegel" haben die Briten zudem mit den oppositionellen deutschen Unionsparteien und den Grünen Sondierungsgespräche aufgenommen - und dort keinerlei Protest gegen eine mögliche Reduzierung der Stückzahlen zu hören bekommen.
Konsequenzen für Österreich
Struck bitten Hoon in einem Brief, bei einer Produktions-verringerung die Konsequenzen für die Partnernationen zu bedenzen. Der in Auftrag gegebene Analyse über mögliche Konsequenzen einer Programmänderung steht Struck jedoch positiv gegenüber: "Diese könnte ich mir auch unter Einbeziehung der für Österreich erforderlichen Lieferungen vorstellen."
Tatsache ist: Die politische Entscheidung fällen London und Berlin erst im Sommer. Sollte es aufgrund der budgetären Nöte aber zu Kürzungen kommen, wäre ausgerechnet Österreich davon betroffen. Entweder bekommt Österreich seine Jets schon früher - oder wegen der Modifikationen eben noch viel später als eigentlich geplant. Im einen Fall wären die jetzt als Übergangslösung kolportierten Schweizer F5-Jets wohl nur sehr kurz im Einsatz - im anderen Szenario würden die Gebraucht-Jets zur Dauerlösung mutieren.
Forderung nach einem Ausstieg
Für den Grünen Peter Pilz wäre diese einschneidende Produktionsreduktion daher die "ideale Ausstiegsmöglichkeit" aus dem Eurofighter-Vertrag. Pilz: "Das ist der Anfang vom Ende. Weder Briten noch Deutsche können sich dieses teure Abenteuer leisten. Und Verteidigungsminister Platter braucht das Geld auch dringend. Denn wenn wir die Eurofighter bezahlen, können wir uns die dringend nötige Heeresreform nicht mehr leisten."
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