Abschiedsbesuch in Ungarn: Klestil heute in Budapest
- Treffen mit Präsident Madl und Ministerpräsident Medgyessy
- Im Mittelpunkt der Gespräche stehen Reformen und EU-Beitritt
Der Reigen der Abschiedsbesuche von Thomas Klestil in Österreichs Nachbarstaaten führte den Bundespräsidenten am Donnerstag nach Ungarn. Bei den Gesprächen mit Ungarns Ministerpräsident Peter Medgyessy und Klestils Amtskollegen Ferenc Madl ging es vor allem um Reformen in Ungarn und dessen baldigen EU-Beitritt.
Klestil beglückwünschte Medgyessy zum EU-Beitritt, vor allem aber auch zu den Erfolgen der politischen und wirtschaftlichen Reformen der letzten Jahre. Ungarn und Österreich hätten in den meisten europäischen und regionalen Fragen sehr ähnliche oder gleiche Haltungen, was auch Ausdruck der ausgezeichneten und engen Beziehungen sei, erklärte Klestil am Donnerstag nach Angaben der Präsidentschaftskanzlei bei seinem Treffen mit Medgyessy in Budapest.
Ein weiterer Schwerpunkt der Unterredung war auch die Frage, wie es in der EU nach dem vorläufigen Scheitern der Regierungskonferenz für eine europäische Verfassung weitergehen solle. Beide Gesprächspartner betonten, dass Ungarn und Österreich ein großes Interesse an einer baldigen Einigung über den Verfassungsvertrag hätten. Sie wollten die irische Ratspräsidentschaft bei ihren Bemühungen, die Möglichkeiten für einen erfolgreichen Abschluss der Regierungskonferenz auszuloten, voll und ganz unterstützen.
Sowohl Österreich wie Ungarn liegen die Beziehungen zu den "neuen Nachbarn" der EU sehr am Herzen. Beide Gesprächspartner bekräftigten die Auffassung, dass es im neuen Europa keine neuen Trennlinien geben solle und dass langfristig zu einem stabilen und prosperierenden Europa stabile und prosperierende Länder gehörten - wie auch jene des westlichen Balkans, Russland und die Ukraine.
Die ungarisch-österreichischen Initiativen im Hinblick auf das neue europäische Konzept "Wider Europe" - aber auch die zentraleuropäischen Präsidententreffen - seien dabei wichtige Elemente, die es weiter zu pflegen und zu entwickeln gilt. Ministerpräsident Medgyessy dankte dem österreichischen Bundespräsidenten für die langjährige Hilfe, die Österreich den Reformbestrebungen Ungarns entgegengebracht habe - und auch für die Unterstützung der ungarischen Bemühungen, Mitglied der EU zu werden. (APA/red)
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