Montag, 23. Februar 2004

Ministerrat: Gesundheitspass wurde beschlossen

  • Gorbach erwartet Stärkung des Gesundheitsbewusstseins

Die Regierung hat am Dienstag die Einführung eines "Gesundheitspasses" beschlossen, mit dem die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen gesteigert werden soll. Analog zum Mutter-Kind-Pass soll es den Gesundheitspass in einer ersten Phase für Jugendliche ab 14 Jahren geben, danach sind auch Varianten für über und unter 40-jährige Erwerbstätige sowie für Senioren geplant. Vizekanzler Hubert Gorbach erwartet davon eine "Stärkung des Gesundheitsbewusstseins", wie er im Pressefoyer nach dem Ministerrat betonte.

Mit Einführung der e-Card ab 2005 könnte diese Chipkarte dann die "Flut" an Gesundheitspässen in Papierform ersetzen, hofft Gorbach.

Ziel des Gesundheitspasses ist es, die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen zu verdoppeln. Im Jahr 2002 nahmen nach Angaben des Hauptverbandes rund 856.000 Österreicher diese Möglichkeit in Anspruch. Im Lauf des Sommersemesters sollen in einer Probephase 2.000 Schüler ab 14 mit den Pässen versorgt werden, danach ist eine Evaluierungsphase geplant. Die flächendeckende Einführung an den Schulen ist ab Herbst 2004 vorgesehen.

Ebenfalls im Herbst sollen die Gesundheitspässe für Erwerbstätige (über die Unternehmen) verteilt werden, jene für Senioren ab Jänner 2005 mit dem Pensionsbescheid. Anders als beim Mutter-Kind-Pass sind die Vorsorgeuntersuchungen aber nicht verpflichtend, ob es ein Anreizsystem geben wird, ist noch offen. Konkret besteht der Gesundheitspass aus einem Untersuchungsteil mit den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen, einem Dienstpass sowie Alters bezogenen Informationsbroschüren zu Themen wie Ernährung, Bewegung oder Unfall und Suchtvermeidung. (apa/red)

23.2.2004 20:02