Montag, 23. Februar 2004

Neuer Aufreger: FP will Drogentests an Schulen, VP & SP dagegen

  • Verhaltensauffällige Schüler sollen zu Untersuchungen geschickt werden
  • PLUS: Blair für Drogentests an britischen Schulen

Unangekündigte Drogentests an den Schulen fordert FPÖ-Generalsekretärin Bleckmann. Die Direktoren sollten die Möglichkeit erhalten, verhaltensauffällige Schüler verpflichtend zu stichprobenartigen Tests zu schicken, so Bleckmann am Montag. Am Wochenende hatte der britische Premierminister Tony Blair einen diesbezüglichen Regierungsvorschlag für Großbritannien angekündigt.

Studien zufolge würden bis zu 30 Prozent der Zwölf- bis 15- Jährigen Erfahrungen mit Cannabis haben, so Bleckmann. Daher sei es nötig zu reagieren: "Gerade das immer wieder verharmloste Cannabis als Massenphänomen erzeugt wie Alkohol Räusche, erhöht die Unfallgefahr, beeinträchtigt die Lernfähigkeit und hemmt bei regelmäßigem Konsum die Entwicklung merklich", so die freiheitliche Generalsekretärin. Flächendeckende Zwangstests für alle Schüler lehne die FPÖ aber ab.

"Es ist absurd, wenn der Schularzt die Jugendlichen auf Senk- oder Plattfüße untersucht, aber Drogentests anscheinend nicht möglich sind", betonte Bleckmann. Sollte ein Schüler mit Drogenproblemen entdeckt werden, sei gemeinsam mit Ärzten und Eltern darauf zu reagieren. Repression, Therapie und Prävention würden nicht konkurrieren, sondern "ergänzen sich perfekt".

Gegen unangekündigte Drogentests an den Schulen sprechen sich ÖVP und SPÖ aus. Er halte nichts davon, "nahezu jedes gesellschaftliche Problem an die Schulen zu übertragen", betonte ÖVP-Bildungssprecher Amon. Viel wichtiger sei es, der Prävention einen höheren Stellenwert einzuräumen. Auch SPÖ-Sicherheitssprecher Parnigoni lehnte die FPÖ- Forderung ab: Die FPÖ solle lieber für mehr Polizisten auf den Straßen sorgen und nicht Schüler kriminalisieren, so Parnigoni.

(apa)

23.2.2004 13:25