Montag, 23. Februar 2004

Wels: Prozess um mysteriöse "Millionenkoffer"

  • "Beraubter" blieb unentschuldigt der Verhandlung fern

Zwei mysteriöse Koffer mit angeblich insgesamt 2,8 Mio. Schilling (203.000 Euro) beschäftigten am Montag ein Schöffengericht in Wels in Oberösterreich. Ein 45-jähriger, in Wels lebender Serbe ist angeklagt, einem Geschäftsmann aus der Stadt Salzburg im Jahr 1998 die beiden Geldkoffer geraubt zu haben. Der Serbe bestreitet, mit der Sache etwas zu tun zu haben.

Schwierig gestaltete sich der Prozess deswegen, weil der "beraubte" Salzburger unentschuldig nicht zur Verhandlung erschienen war. Da dies bereits zum zweiten Mal geschah, verhängte der Richter über das Raubopfer eine Ordnungsstrafe von 200 Euro. Und zur nächsten Verhandlung im März wird der Salzburger gerichtlich vorgeführt.

Der Geschäftsmann aus Salzburg war mit einem Welser in Kontakt gewesen, dieser versprach ihm ein lukratives Goldgeschäft. Zu diesem Zweck müsse der Salzburger nach Marchtrenk zu einem Treffpunkt kommen. Soweit feststeht, fuhr der Salzburger im Oktober 1998 tatsächlich mit zwei Koffern, in denen sich insgesamt 2,8 Millionen Schilling befunden haben sollen, nach Marchtrenk. Am vereinbarten Treffpunkt sei er, so gab der Salzburger an, von dem jetzt angeklagten Serben erwartet worden. Dieser habe ihn mit einer Pistole bedroht und ihm die beiden Geldkoffer geraubt.

In der Folge hätte der Prozess bereits einmal stattfinden sollen, damals war aber der angeklagte Serbe nicht auffindbar, er dürfte sich in seiner Heimat aufgehalten haben. Später stellte sich der Serbe aber freiwillig dem Gericht in Wels, daraufhin wurde die erste Verhandlung für Jänner des heurigen Jahres anberaumt - diesmal erschien das angebliche Raub-Opfer nicht. So war es auch bei der Verhandlung am Montag. Der Richter musste daher auf 15. März vertagen. (apa)

23.2.2004 12:02