Mittwoch, 18. Februar 2004

Karlheinz Hackl: Rückkehr aus dem Nirgendwo

  • Der Countdown: Wie Hackl auf die Bühne heimkehren will.

Vor einem Jahr wurde Karlheinz Hackl ein Gehirntumor entfernt. Die Überlebenschancen waren gering. Jetzt kehrt er zurück:

  • Am 25. März im NEWS-Talk.
  • Fast sicher im April mit einer Lesung ins Akademietheater.
  • Und 2005 als Regisseur von Ibsens „Nora“ an Helmuth Lohners „Josefstadt“.

    Vor einem Jahr, sagt Karlheinz Hackl, der
    in diesem Jahr das Schlimmste erdulden musste, da war alles anders, alles selbstverständlich. Das Gehen, das Sprechen, das Luftholen ohne dieses Gefühl, als säße einem jemand auf der Brust. Das Siegen vor allem war Lebensroutine in jeder der vielen und glanzvollen Eigenschaften, die Karlheinz Hackl verkörpert. Ein Charismatiker mit der Leuchtkraft des Stars. Ein Schauspieler der obersten Kategorie, gleichviel, ob er Schnitzler und Nestroy an der „Burg“ oder 13 Jahre lang „La Cage aux Folles“ an der Volksoper spielte. Ein Regisseur an den besten Bühnen Wiens. Der erfolgreichste Lehrer am Reinhardt-Seminar. Entschloss er sich zu einer Serie von Lesungen mit Texten von Fritz Grünbaum, war das Burgtheater 13-mal ausverkauft.

    Wichtiges Wochenende, Pläne bis 2005. Im April wird es ein Jahr sein, dass ihm in einer Operation auf Leben und Tod ein Gehirntumor entfernt wurde. Wie ein Wucherer forderte das Schicksal damals mit Zinsen alles zurück, womit es ihn zuvor überschüttet hatte. Jetzt ist der Tumor besiegt, und Hackl kämpft sich Schritt für Schritt zu jeder der vormals souverän besetzten Positionen zurück. Wovon nach düsteren Prognosen manche schon Abschied genommen hatten, wird in nächster Zukunft Faktum: Hackl kommt wieder. Am vergangenen Wochenende führte er ein paar wichtige Telefonate, traf Freunde, die er lang nicht gesehen hatte, und plante sein zweites Berufsleben. Die Pläne sind konkret, und jeder führt einen Schritt heraus aus dem Erlittenen.

  • Erster Auftritt im März. Am 25. März (19.30 Uhr) wagt er den ersten öffentlichen Auftritt seit sieben Monaten: In der Gesprächsreihe, die Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer in seinen neuen Kassenhallen nebst der Oper etabliert hat, beantwortet er die Fragen, die ihm täglich auf der Straße, in der Apotheke, in den Geschäften gestellt werden. Auf das Podium begleitet ihn Maria Köstlinger, die eine große Schauspielerin, Hackls Ehefrau und die Mutter der dreijährigen Tochter Melanie ist. Die Fragen stellt NEWS-Kulturchef Heinz Sichrovsky. Zu Hackls Ehren tritt eine hochrangige Abordnung der Wiener Philharmoniker an.

  • Im April auf der Bühne. Fast sicher folgt im April 2004 der erste Bühnenauftritt. „Wir würden ihm sofort eine Festaufführung des ,Talisman‘ machen“, sagt Burgtheater-Generalsekretär Gerhard Blasche, der am Wochenende mit dem Genesenden telefonierte. „Aber zum Wiederkommen, so haben wir beschlossen, ist das Beste eine Lesung, die er schon draufhat.“ Also wird Hackl mit noch nicht feststehendem April-Datum im Akademietheater Weinhebers „Wien wörtlich“ oder „Amüsantes und Amouröses“ lesen, ein Programm mit Liebesgedichten von Goethe, Heine und Tucholsky. Die Bedingung laut Blasche: „Dass er im März absagen kann, wenn er sich nicht so weit fühlt.“ Am Burgtheater war Hackl nie ersetzbar. Bis zum Sommer fuhr das Haus einen Notspielplan, die in Hackls Regie geplante Herbst-Premiere „Alice im Wunderland“ wurde storniert. „Er weiß, wie wir auf ihn warten“, sagt Vizedirektorin Karin Bergmann. „Wir wollen alles von ihm: Rollen, Inszenierungen, Lesungen. Direktor Bachler will ihn aber nicht unter Druck setzen. Wir warten nur auf ein Signal von ihm.“ – „Das Burgtheater“, sagt Hackl, „hat sich toll verhalten.“

  • Zurück ans Reinhardt-Seminar. Die Tätigkeit als Lehrer am Reinhardt-Seminar will er „wahrscheinlich Mitte bis Ende April“ wieder aufnehmen. „Lehrer sein bedeutet ja auch, den Leuten etwas vorspielen. Das geht noch nicht so gut, und deshalb hoffe ich auf die beiden Monate bis dahin.“ Viele hoffen mit: Hackl hat Kapazunder wie Herbert Föttinger und Nicholas Ofczarek entdeckt.

    Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
    PLUS: Die NEWS-Reihe, für die Hackl aufs Podium geht

    18.2.2004 15:50