Mittwoch, 18. Februar 2004

NEWS: Ex-Mitarbeiter belastet Grasser schwer!

  • RH-Präsident Fiedler: "Rohbericht bis Sommer fertig"
  • Grasser selbstkritisch: "Jeder Mensch macht Fehler"

In seiner neuen Ausgabe deckt das Nachrichtenmagazin NEWS auf, dass der Ex-Chefökonom von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Josef Christl, mit einer Aussage vor dem Bundeskriminalamt den Finanzminister persönlich schwer belastet. Grasser hatte im Juni 2003 eine SP-Anfrage über die Kosten und Auftraggeber eines Inserats von Wirtschaftsprofessoren zur Unterstützung des Grasser-Kurses geantwortet: "Da ich nicht der Auftraggeber bin, kann ich Ihnen auch nicht sagen, wer das bezahlt hat".

Christl hingegen sagte vor dem Bundeskriminalamt als Zeuge aus, dass sein Ex-Chef in deutschen Zeitungen Inserate gesehen habe, in denen Universitätsprofessoren die Arbeit der Regierung lobten. Und so was könne man doch in Österreich auch machen: Professoren um ihre Unterschrift für ein Inserat bitten, in dem die ÖVP-FPÖ-Arbeit bejubelt wird.

Christl setzte den Auftrag Grassers in Zusammenarbeit mit Peter Hochegger (Auftragnehmer beim New-Economy-Verein) um. Kostenpunkt: 135.000 Euro. Über die Finanzierung gehen die Aussagen Christls und Hocheggers vor dem Bundeskriminalamt auseinander: Christl nannte die Industriellenvereinigung, Hochegger auch die Wirtschaftskammer, die das dementiert, und "Firmen, deren Namen ich nicht nennen möchte, weil sie so ungern in der Zeitung stehen".

Jedenfalls sind nun laut Staatsanwaltschafts-Insidern brisante neue Zeugeneinvernahmen auf der Tagesordnung: Noch einmal Grasser-Kabinettschef Matthias Winkler, der Vater des Finanzministers Karl Grasser, die Grasser-Freunde Walter Meischberger, Ernst Karl Plech und Peter Hochegger - sowie als Höhepunkt der Untersuchung: Karl-Heinz Grasser selbst.

Rechnungshof-Präsident Franz Fiedler kündigt indes im NEWS-Interview an, "dass es sich durchaus noch ausgehen könnte, dass das Prüfergebnis (also der Rohbericht) noch vor Ende meiner Amtszeit, also im Sommer, fertig ist. Das Prüfungsteam steht. Es ist jenes, das ohnehin die Gebarung des Finanzressorts routinemäßig jetzt prüfen soll."

Alles zur Causa Grasser lesen Sie im neuen NEWS!

18.2.2004 12:36