Wechsel an der Spitze: Geschäftsführer von Alitalia plant Rücktritt
- Regierung erwägt Notlösung zur Rettung der Fluglinie
- Regierungsbeauftragter soll Leitung übernehmen
Bei der krisengeschüttelten italienischen Fluggesellschaft Alitalia bahnt sich ein Wechsel an der Spitze an. Der Geschäftsführer der Airline, Francesco Mengozzi, will bei der am kommenden Alitalia-Aufsichtsratsitzung seine Demission einreichen, berichteten italienische Medien. Mengozzi plant den Rücktritt, da die Gewerkschaften sich weiterhin hartnäckig gegen die Umsetzung seines Sanierungsplans wehren, der den Abbau von 2.700 Arbeitsplätzen vorsieht.
Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi erwägt Notlösungen zur Rettung der Fluggesellschaft. Nach Mengozzis Rücktritt will die Regierung Berlusconi die Airline unter der Verwaltung eines Sonder-Regierungsbeauftragten (Kommissärs) stellen. Dieser soll die Privatisierung der noch staatlichen Gesellschaft in die Wege leiten. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA meldete ein Unternehmensgruppe Interesse an der Gesellschaft an. Die Namen der Unternehmen wurden vorerst nicht bekannt gegeben.
Als möglicher kommissarischer Leiter der Alitalia gilt der Manager Maurizio Basile. Dieser hatte in den vergangenen Monaten die Privatisierung der staatlichen Tabakgesellschaft Eti über die Bühne gebracht. Als weiterer Kandidat kommt der Präsident der Fluggesellschaft Alpi Eagles, Paolo Sinigalia, in Frage, berichteten italienische Medien.
Am 5. März wird wieder gestreikt
Verkehrsminister Pietro Lunardi arbeitet fieberhaft an einer Änderung des Sanierungsplans, um auch die Gewerkschaften ins Boot zu holen. Lunardi will um jeden Preis den am 5. März geplanten 24-stündigen Streik im Flugverkehr vermeiden, zu dem die Gewerkschaften aufgerufen haben. Seit Wochen protestieren die Arbeitnehmerorganisationen gegen den Sanierungsplan, der ihrer Ansicht nach die Fluglinie zum Tode verurteilen würde.
Die Lage der Fluggesellschaft ist immer besorgniserregender. Alitalia verlor im Jänner 150.000 Passagiere. Für das Jahr 2004 rechnet die Airline mit Verlusten in der Höhe von 80 Mio. Euro. Das Jahr 2003 sollte die Gesellschaft mit operativen Verluste von 409 Mio. Euro abschließen, das definitive Jahresergebnis wird erst am 29. März vorgestellt.
(apa/red)
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