Samstag, 21. Februar 2004

Anbotsfrist geschlossen: Vier Bieter wollen Bank Burgenland

  • Raiffeisen, BAWAG P.S.K., Kärntner Hypo Alpe Adria und Nieder-Hypo haben verbindliche Offerte gelegt

Vier österreichische Banken bzw. Bankengruppen waren im finalen Rennen um die zur Totalprivatisierung anstehende Bank Burgenland. Am Freitag war Annahmeschluss für die verbindlichen Kaufofferte, heute sollen die Offerte von der burgenländischen Landesregierung präsentiert werden. Angebote gelegt haben ein Raiffeisen-Konsortium unter Führung der Raiffeisenlandesbank Burgenland, die Wiener BAWAG P.S.K, die Kärntner Hypo Alpe Adria Bank sowie die Niederösterreichische Hypo.

Die eingelangten Offerte wurden bereits vom Privatisierungsberater HSBC geprüft. Die mit dem Verkauf der Bank befassten drei Landesregierungsmitglieder Niessl, Steindl und Bieler haben sich auf einen Mindestverkaufspreis geeinigt, nennen ihn aber nicht. Der Betrag wird von Insidern auf etwa 100 Mio. Euro geschätzt. Privatisiert werden soll die Bank bis Ende März bzw. Mitte April 2004.

Dass es zu einem rein österreichischen Finale kommt, war seit Wochen erwartet worden. In einzelnen Bieter-Instituten hatten bis 26. Februar letzte Beratungen zum Offert statt gefunden. Unter anderem ging es darum, welcher letztgültige Kaufpreis in das schriftliche Angebot eingesetzt wird.

Mit dem bevorstehenden Verkauf der Bank Burgenland schließt das Land jedenfalls eines seiner teuersten Kapitel.

Die traditionell dem "roten" Polit-Sektor zugerechnete Bank (gegründet 1928) wurde, nachdem das Land vor mehr als drei Jahren das zum Hypobankensektor zählende Institut nach der Hom-Rusch-Kreditpleite und wenig später aufgetauchten weiteren Kredit-Löchern mit Milliardengarantien aufgefangen hat, als "Braut" herausgeputzt. Mittlerweile ist sie auch in Ungarn tätig. Der neue Eigentümer solle eine von "Altlasten" befreite filialstarke Regionalbank (Bilanzsumme zum Halbjahr 2003: 2,9 Mrd. Euro) erhalten.

Vor dem endgültigen Verkauf haben sich Burgenlands Landespolitiker in den nächsten Wochen aber noch mit einer Prüfung der mittlerweile modifizierten einstigen Rettungsaktion des Landes durch die EU-Wettbewerbsbehörde in Brüssel zu befassen. Ein Termin in Brüssel ist dafür Mitte März anberaumt.
(apa/red)

21.2.2004 08:57