Freitag, 20. Februar 2004

Noch immer: Frauen verdienen in EU 16 Prozent weniger als Männer!

  • Wegen Einkommensschere höheres Risiko zu verarmen

Frauen verdienen in der EU noch immer rund ein Sechstel (16 Prozent) weniger als Männer. Zudem ist ein Drittel aller arbeitstätigen Frauen teilzeitbeschäftigt, während dies nur auf sieben Prozent der Männer zutrifft, heißt es in einem Bericht von EU-Sozialkommissarin Diamantopoulou. Die nach wie vor vorhandene Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt schade der Wettbewerbsfähigkeit der EU.

Wegen der Einkommensschere haben Frauen auch ein höheres Risiko zu verarmen, teilte die Kommission mit. Die schlechtere Bezahlung hindere Frauen häufig, eine Beschäftigung anzunehmen. In Spitzenpositionen haben Frauen den größten Aufholbedarf gegenüber Männern. "Lediglich 25,4 Prozent der Parlamentssitze in der EU sind mit Frauen besetzt und auch in Managementpositionen sind nur 30 Prozent Frauen anzutreffen", heißt es in dem Bericht.

Der Bericht verbucht aber auch einige Verbesserungen. So steigt die Beschäftigungsquote der Frauen in der EU kontinuierlich. Sie habe sich von 50 Prozent Anfang der 90er Jahre auf derzeit 55,6 Prozent erhöht. Der Unterschied bei den Arbeitslosenquoten von Männern und Frauen nimmt ebenfalls ab. Die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen vollziehe sich aber nach wie vor nur langsam. Sollte die EU dies weiter ignorieren, könnte sie ihr vor vier Jahren formuliertes Ziel verfehlen, in der Union die Beschäftigungsquote von Frauen bis 2010 auf 60 Prozent zu erhöhen. Bis zu diesem Zeitpunkt will die EU auch der wettbewerbsfähigste Wirtschaftsraum der Welt werden.

(apa)

20.2.2004 15:30