ATV: Einst Lachnummer, bald ernste ORF-Konkurrenz
- ATV+ kommt langsam auf Touren. Trotz Verlusten bleiben Eigentümer bei der Stange.
Maden fressende österreichische Promis im Dschungelcamp wird es keine geben. Der erste "echte" österreichische Privatsender drückt lieber auf die Tränendrüse: Nach dem Vorbild der Schmalzromanze "Schlaflos in Seattle" werden im Herbst Kinder einen Partner für ihre allein stehenden Elternteile suchen.
Mit dieser sozialromantischen Dokusoap und einer neuen, interaktiven Gerichtsshow will sich ATV+ als König der urösterreichischen Comedy etablieren - und den nicht unerfolgreichen Start konsolidieren.
Blockbuster und Comedy
Nach Startproblemen im Juni 2003, als nur 34 Prozent der Haushalte die ATV-Frequenz überhaupt eingestellt hatten, ist Chef Franz Prenner nun zufrieden: 2,6 Prozent der Österreicher zwischen 12 und 49 Jahren haben im Dezember ATV+ gesehen. Eigenproduktionen wie "Die Lugners" und "Chmelar Live" lockten bis zu 100.000 Zuseher vor den Schirm. "Bis Juni wollen wir fünf Prozent Reichweite."
Trotz sich planmäßig entwickelnder Werbeeinnahmen ist ein baldiges Ende der roten Zahlen bei ATV+ aber nicht abzusehen.
Langmut der Eigentümer
Die Eigentümer stehen trotzdem treu zu dem einst schwer kriselnden TV-Sender, obwohl zumindest die Bawag sehr lange brauchen wird, um ihr Investment zurückzuverdienen. Die Gewerkschaftsbank butterte bis Ende 2003 schon runde 65 Millionen Euro in ATV+ und den Vorgänger W1. In den beiden kommenden Jahren wird sie nochmals etwa 15 Millionen für Verlustabdeckungen rausrücken müssen.
Doch Prenner meint: "Einen Fernsehsender aufzubauen ist kein Hundertmeterlauf. Sondern ein Marathon. Das weiß die Bawag."
Die ganze Story lesen Sie im FORMAT Nr. 8/2004
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