Finanzskandal: Vier Banker wegen Cirio-Pleite unter Druck
- Staatsanwälte ermitteln wegen Betrugs - 40.000 Kleinanleger sollen um 1,1 Mrd. Euro geprellt worden sein.
In den Sog der Ermittlungen um die Insolvenz des italienischen Lebensmittelkonzerns Cirio geraten nun vier Banker. Die Staatsanwaltschaft der lombardischen Stadt Monza, die um Cirios Zusammenbruch vor einem Jahr ermittelt, wirft ihnen Betrug und Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, die Tausende von Italienern geprellt hat.
Die Namen der Banker wurden nicht bekannt gegeben.
In den Sog der Ermittlungen um den Skandal, der zur Festnahme des ehemaligen Cirio-Präsidenten Sergio Cragnotti, seines Sohnes Andrea und seines Schwiegersohnes Filippo Fucile geführt hat, sind weitere drei Personen geraten. Zu ihnen zählt auch ein Funktionär der Bank Bnp Paribas.
Die Ermittler vermuten, dass Cragnotti mit Hilfe befreundeter Unternehmer den Rückkauf seines insolventen Konzerns plante. Er wollte sich hinter einer Gesellschaft stellen, die ein Angebot für den Erwerb von Cirio einreichen wollte. Die Gesellschaft hatte Cragnotti 25 Prozent des Wertes der Operation versprochen. Cirio steht unter Gläubigerschutz und wird seit Jänner 2003 von einem von der Regierung Berlusconi beauftragten Insolvenzkommissar geführt. Der Konzern soll bis Juni zerschlagen und in Teilen verkauft werden.
Cragnotti, der sich seit zehn Tagen in der römischen Strafanstalt Regina Coeli befindet, sollte noch bis Ende dieser Woche vernommen werden. Sein Sohn Andrea wurde unter Hausarrest gestellt. Cragnottis Tochter, Elisabetta, die ebenfalls in den Sog der Ermittlungen geraten ist, weigerte sich diese Woche, auf die Fragen der Ermittler zu antworten.
Die Ermittler verdächtigen den Römer Cragnotti, Milliarden unterschlagen und sie auf Bankkonten in Steuerparadiesen angesammelt zu haben. Beim finanziellen Zusammenbruch der Gruppe unter einem Schuldenberg von 1,6 Mrd. Euro hatten schätzungsweise 40.000 Kleinanleger über 1,1 Mrd. Euro verloren.
(APA, red)
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