Harter Wettbewerb: Bekleidungshandel unter Druck
- Zwei Drittel aller österreichischen Unternehmen sind gefährdet
Der scharfe Wettbewerb setzt die heimischen Bekleidungshändler immer stärker unter Druck. Die Umsätze schrumpfen, die Hälfte der rund 3.500 Unternehmen in Österreich machen Verluste und bis zu zwei Drittel der Firmen sind gefährdet. Für den österreichischen Bekleidungshandel ist es "5 vor 12", betonte Martin Unger von der Contrast Management-Consulting am Donnerstag.
Die Zahl der Unternehmen ist in den vergangenen zehn Jahren um rund zwöf bis 15 Prozent zurückgegangen, im vergangenen Jahr musste die Branche einen Umsatzrückgang um 3,1 Prozent auf etwa 3,5 Mrd. Euro hinnehmen. Als Grund für diese Entwicklung nennt Unger die Zunahme der Billigketten, das Hineindrängen von Anbietern aus anderen Branchen wie z.B Tchibo/Eduscho und das veränderte Kaufverhalten der Konsumenten, die vermehrt nach Schnäppchen Ausschau halten.
Von den insgesamt rund 3.500 Bekleidungsunternehmen halten allein 10 Top-Unternehmen 40 Prozent Marktanteil. Sechs Firmen (H&M, Vögele, New Yorker, Peek & Cloppenburg, Kik, T.P.S) sind erst in den letzten zehn Jahren in den heimischen Markt eingestiegen. Während internationale klar profilierte Unternehmen meist mit neuen Geschäftsmodellen am internationalen Markt kräftig verdienen, müssen sich zahlreiche heimische Unternehmen nur mit unterdurchschnittlichen Ergebnissen zufrieden geben.
Die Konzentration im heimischen Bekleidungshandel, werde auch in Zukunft weitergehen, so Studienautor Unger. Internationale Ketten werden verstärkt in den Markt dringen und vor allem Unternehmen ohne klares Profil zu schaffen machen.
Den heimischen Händlern, so Unger, fehle vor allem "ein klares Profil". Dies bedeute die optimale Abstimmung von Zielgruppe, Sortiment, Dienstleistungen, Marketing, Standort und preisliche Positionierung.
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