Dienstag, 17. Februar 2004

Vor EU-Erweiterung: Einkaufstourismus boomt

  • Einkaufsvolumen der angrenzenden EU-Beitrittsländer hat um 17% zugenommen
  • Gewinner sind die Möbel- & die Bekleidungsbranche

Die Einkaufslust der Touristen aus den Beitrittsländern hat vor dem offiziellen Erweiterungstermin am 1. Mai 2004 zugenommen. Das Einkaufsvolumen der angrenzenden EU- Beitrittsländer hat im Jahresvergleich um 17 Prozent zugenommen, mittlerweile kommen 36,5 Prozent des Gesamtumsatzes von Shopping-Touristen aus den Erweiterungsländern.

Das geht aus den am Dienstag präsentierten Zahlen von Global Refund, dem führenden Dienstleister bei Mehrwertsteuer- Rückvergütungen, hervor. In Summe wickelte Global Refund Austria 2003 ein Einkaufsvolumen von 243,1 Mio. Euro ab.

Der Geschäftsführer von Global Refund Austria, Thomas Bundschuh, führt dies primär auf zusätzliche Einkäufe von Kunden aus den künftigen EU-Ländern zurück, die die noch bis Ende April bestehende Möglichkeit der Mehrwertsteuer-Rückvergütung in Anspruch nehmen wollen.

Das Jahr 2003 sei dennoch "ein Katastrophenjahr" gewesen, das auf Grund des Irak-Krieges, der Lungenkrankheit Sars und dem Euro- Höhenflug gegen Jahresende zu rückläufigen Umsätzen vor allem von Touristen aus Japan, den USA und China geführt habe. Spitzenreiter unter den Tax Free-Shoppern in Österreich waren 2003 die Slowenen, gefolgt von Ungarn und Slowaken.

Auf Grund der niedrigen Durchschnittseinkäufe der Touristen aus den Beitrittsländern seien jedoch die Ausgaben der Shopping-Touristen aus allen Nicht-EU-Ländern leicht von 244 auf 248 Euro pro Kopf in Österreich zurückgegangen. Mit Abstand am meisten geben russische Kunden - im Schnitt 418 Euro pro Einkauf - aus, am wenigsten Geld lassen die Slowenen mit 165 Euro pro Einkauf in Österreich.

Zu den Branchengewinnern gehörten mit einem Zuwachs von 16 Prozent der Einrichtungsbereich und mit einem Plus von 5,4 Prozent der Bekleidungshandel. Die Ausgaben für Bekleidung liegen mit 88 Mio. Euro unangefochten im Spitzenfeld. (apa)

17.2.2004 17:23