ÖIAG: Würde Telekom Austria nicht unter 15 bis 16 Euro verkaufen
- Keine Gespräche mit Swisscom - Michaelis: Verkauf über die Börse hat "besondere Attraktivität"
Strategische Interessenten an der börsenotierten Telekom Austria wissen seit heute, Dienstag, offiziell, wie viel sie als Mindestpreis für einen Einstieg bei der TA hinblättern müssten: Die Staatsholding ÖIAG, die noch 47,2 Prozent an der börsenotierten Telekom Austria (TA) hält, würde die TA derzeit nicht unter 15 bis 16 Euro an einen strategischen Investor verkaufen, sagte ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis am Dienstag vor Journalisten. Mit der Swisscom gebe es derzeit keine Gespräche.
"Alder hat nicht angerufen", sagte Michaelis mit Blick auf Berichte, wonach Swisscom-Vorstand Jens Alder bei der TA einsteigen wolle. Bei möglichen strategischen Interessenten komme aber insgesamt derzeit wieder "Fantasie in den Markt", da viele europäische Telekomkonzerne derzeit ihre Verschuldung deutlich reduzieren würden.
Bei der Begebung der Umtauschanleihe im Sommer 2003 sei man von einem Zukunftsaktienkurs von 13 Euro ausgegangen, erläuterte Michaelis. Heute habe man angesichts der künftigen Ertragsentwicklung der TA plus einer Prämie eine neue Erwartungshaltung von 15 bis 16 Euro, die ein strategischer Investor pro Aktie bezahlen müsste.
Die TA-Aktie sieht Michaelis als einen der "attraktivsten Telekomwerte in Europa" und als "unterbewertet". Ein Kurs von 15 bis 16 Euro sei künftig durchaus eine "realistische Zahl".
Für weitere Privatisierungsschritte bei der TA habe die ÖIAG grundsätzlich drei Möglichkeiten, nämlich den Verkauf an einen strategischen Investor, den Verkauf über die Börse und den Verkauf an einen Finanzinvestor, wobei die letzte Möglichkeit die geringste Priorität habe.
Der Verkauf weiterer Anteile über die Börse über mehrere Tranchen über 2006 hinaus habe eine "besondere Attraktivität", betonte Michaelis. Die Attraktivität einer weiteren TA-Privatisierung über die Börse habe zuletzt deutlich zugenommen. Sollte allerdings ein strategischer Interessent bei der ÖIAG anklopfen, werde man sich "Gesprächen nicht entziehen, wobei alle Varianten angedacht werden können".
Über einen Zeitplan für eine weitere Privatisierung bei der TA wollte Michaelis keine Angaben machen: "Wir lassen das auf uns zukommen". Man müsse auch den Kapitalmarkt insgesamt beobachten. Wenn der Kapitalmarkt für eine weitere Platzierung positive Signale sende, "werden wir das machen, sonst eben nicht", so Michaelis. "Wir sind hier nicht nur eigenbestimmt, sondern auch fremdbestimmt", pflichtete ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch bei.
Es wäre "sinnvoll", von der TA in nächster Zeit über die geplante Südosteuropa-Expansion "klare Aussagen" zu bekommen, bemerkte Michaelis. Eine Übernahme der bulgarischen MobilTel sei derzeit aber "kein Thema", da die Verkäufer bei den Gesprächen bis jetzt eine Investorengruppe in die engere Auswahl genommen hätten. Der südosteuropäisch Markt könnte von der TA von Österreich aus aber grundsätzlich gut betreut werden. Über einen möglichen Aktienrückkauf als Alternative zu Akquisitionen müsse der TA-Vorstand entscheiden.
(apa, red)
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