Berufsberatung in Österreich: Gelobt und getadelt
- Berufsinformation in der Schule gut - aber knapp an Ressourcen
Lob und Tadel gibt es von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für die Berufsberatung in Österreich. In dem am Montag veröffentlichten Vergleich über die Berufsberatungssysteme in 14 Ländern wird die Berufsinformation in der Schule als Stärke Österreichs bezeichnet. Allerdings gebe es dafür nur geringe Ressourcen.
Berufsinformation und -beratung erfolgen laut OECD-Vergleich überwiegend an der Schule: 47 Prozent aller Berufsberater sind an den Schulen tätig, 39 Prozent beim Arbeitsmarktservice, neun Prozent an Erwachsenenbildungseinrichtungen und vier Prozent an Universitäten und Fachhochschulen.
Bemängelt wird die Professionalität der österreichischen Berufsberater auf Grund ihrer kurzen Ausbildung. Österreich habe in den vergangenen Jahren einige Verbesserungen in die richtige Richtung unternommen, deren Umfang und die dafür gewidmeten Ressourcen sollten aber höher sein, empfehlen die Experten. Bei einem Vergleich der staatlichen Ausgaben für Berufsberatung zwischen jenen Ländern, die Daten dafür geliefert haben, liegt Österreich mit 8,5 Euro pro Jahr und Person (im Alter von 15 bis 64 Jahren) deutlich hinter Großbritannien mit 23,5 Euro.
Kritisiert werden von der OECD die in Österreich sehr frühen Bildungs- und Karriereentscheidungen, "die massive Auswirkungen für spätere Arbeits- und Studien-Optionen" hätten. Bei der Beratung von Studierenden wird die Tätigkeit der Österreichischen Hochschülerschaft positiv hervorgehoben, allerdings sehen die OECD- Experten auf Grund der sehr hohen Drop-Out-Raten an den Unis zusätzlichen Informationsbedarf.
Bei der Berufsberatung Erwachsener kritisiert der Report einerseits deren Fragmentierung. Andererseits gebe es - im Gegensatz zu Arbeitslosen - für Berufstätige kaum Informationen, wie sie auf der Karriereleiter durch Job-Wechsel und Ausbildung weiterkommen können.
(apa)
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