Montag, 16. Februar 2004

Urlaubs-Euro: Reisen teuer - trotz starkem Wechselkurs

  • "Urlaubseuro" im Schnitt um 4 Prozent weniger Wert als vor einem Jahr
  • Kaufkraft in den Urlaubsländern noch immer um ein Viertel höher

Österreicher erhalten bei ihren Auslandsurlauben zwar im Schnitt noch immer um rund ein Viertel mehr für den Euro als zu Hause, stärkere Preissteigerungen als im Inland haben den "Urlaubseuro" aber weniger wert gemacht. "Die beliebtesten Urlaubsländer der Österreicher haben höhere Preissteigerungen als wir und der starke Euro macht sich dort nicht bemerkbar", so der Volkswirtschaftsexperte der Bank Austria.

Da zudem die wichtigsten Urlaubsdestinationen der Österreicher (Italien, Kroatien, Griechenland, Türkei) entweder Euroländer oder Staaten sind, deren Währungen sich am Euro orientieren, wird das gestiegene Preisniveau nicht durch eine Abwertung ausgeglichen. In der Türkei kam es im Gegenteil sogar zu einer Aufwertung der Lira, was zusammen mit einer Preissteigerung von 16 Prozent den Urlaubseuro in dieser beliebten Feriendestination um rund 20 Prozent weniger wert machte.

Insgesamt dürfte der "Urlaubseuro" im Schnitt um rund 4 Prozent weniger wert sein als vor einem Jahr, so Bruckbauer.

Unter den wichtigeren Urlaubsländern der Österreicher macht sich der starke Euro nur in Ungarn positiv bemerkbar. Der österreichische Urlauber erhält laut BA-CA derzeit in Ungarn am meisten für seinen Euro, im Durchschnitt fast doppelt soviel wie zu Hause. Dieser Vorteil blieb im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert, da der höheren Preissteigerung in Ungarn eine Abwertung der Währung von 7 Prozent gegenüberstand.

Im zweitgünstigsten Urlaubsland der Österreicher, in der Türkei, erhält der Österreicher dagegen deutlich weniger als vor einem Jahr.

Von den beliebtesten Urlaubsländern weisen auch Spanien, Italien und Griechenland etwas höhere Preissteigerungen als Österreich auf, die Kaufkraft des Urlaubseuro hat in diesen Ländern bei konstantem Wechselkurs etwas nachgelassen. Der Preisvorteil bei europäischen Urlaubsdestinationen geht also seit der Euroeinführung zurück.

Vorteil in Dollar-Destinationen
Deutliche Vorteile haben österreichische Urlauber in Ferndestinationen, wo in US-Dollar bezahlt wird. Der Urlaub in den USA hat sich im Vergleich zum Vorjahr erneut verbilligt. Damit ist der US-Urlaub heute rund 15 Prozent billiger als vor einem Jahr bzw. sogar 40 Prozent billiger als vor zwei Jahren.

In Ungarn sind 100 Urlaubseuro 185 (Februar 2003: 179) Euro wert,
dahinter folgen die Türkei mit 171 (205),
Kroatien mit 147 (149),
die USA mit 118 (100),
Griechenland mit 117 (120),
Spanien mit 116 (117) und
Italien mit 111 (112) Euro.

Weiter teure Urlaubsländer bleiben Japan und die Schweiz, wo 100 "Alpen-Euro" gerade einmal eine Kaufkraft von 75 (71) bzw. 77 (72) Euro haben.
(apa, red)

16.2.2004 13:01