Sonntag, 22. Februar 2004

Williams gegen Schumi II: Keine offene Gehaltsdiskussion

  • Teamchef Frank Williams: "Lasse mich nicht in eine Diskussionen hineinziehen"
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Die Drohungen von Formel 1-Pilot Ralf Schumacher sind bei seinem Teamchef Frank Williams vorerst wirkungslos geblieben. "Ich gebe nie einen Kommentar zu Vertragsverhandlungen mit Fahrern ab. Und ich lasse mich nicht in eine Diskussionen zu den Verhandlungen mit Ralf hineinziehen", sagte "Sir Frank" einer britischen Tageszeitung. Zuvor hatte Ralf Schumacher im Poker um die Verlängerung des zum Saisonende auslaufenden Williams-BMW-Vertrags erstmals offen von seinem Abschied gesprochen.

Zwei Wochen vor Saisonbeginn am 7. März in Melbourne warf der Wahl-Salzburger seinem Teamchef in ungewohnt scharfen Worten Vertragsbruch vor. Am Tag nach der heftigen Kritik von Ralf Schumacher spekulierte der britische "Independent" schon über einen Nachfolger des Deutschen, der seit dem Jahr 2000 für Williams-BMW in der Formel 1 fährt. "Eine Liste der möglichen Nachfolger beinhaltet den Briten Jenson Button", behauptete die Zeitung am Montag und lieferte auch den Grund für die schweren Störungen des Betriebsklimas: "Schumachers Lohnforderungen von 13 Millionen Pfund (18 Millionen Euro) stoppen die Verhandlungen mit Williams."

Ralf Schumacher: "Bin kein Abzocker"
Genau gegen diese Sichtweise hatte sich Ralf Schumacher am Tag zuvor vehement gewehrt: "Frank Williams stellt mich als Abzocker dar, aber da kann ich nur lachen. Er weiß, dass ich zukünftig fast auf die Hälfte meines aktuellen Gehalts verzichten würde", stellte der 28-Jährige fest. Sein Vertrag sollte für die Saison 2005 stark leistungsbezogen verlängert werden. Statt angeblich 18 Millionen Euro pro Jahr sollte der Bruder des sechsmaligen Weltmeisters Michael Schumacher von der Saison 2005 an ein Festgehalt in Höhe von knapp neun Millionen Euro beziehen.

Viel Geld bei vielen Siegen
Nach Informationen einer deutschen Tageszeitung würde Ralf Schumacher die Höhe seines alten Gehalts nur mit acht Grand-Prix-Siegen und dem Gewinn des WM-Titel erreichen können. "Das Geld ist ein Knackpunkt. Ideal wäre es, wenn wir Ralf behalten, aber wir sind übereingekommen, die ganze Angelegenheit auf Eis zu legen. Wir haben keine Eile, etwas wegen 2005 zu unternehmen. Wir werden alle Fahrer betrachten. Und es gibt eine Menge Leute anzuschauen", hatte Williams schon vor dem Schumacher-Angriff festgestellt.

Schumi II von Frank Williams enttäuscht
Der hatte sich vor allem darüber beklagt, dass Williams sein Vertragsangebot ("Ich wollte unterschreiben") beim Saison-Finale im vergangenen Oktober in Suzuka "plötzlich zurückgezogen" habe. "Wenn mir jemand etwas zusagt und per Handschlag besiegelt, dann gehe ich davon aus, dass das danach nicht wieder gebrochen wird", sagte er und zeigte sich "menschlich enttäuscht" von Frank Williams. (APA/Red.)

22.2.2004 13:55
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