Freitag, 20. Februar 2004

IAEO-Bericht: Libyen stellte jahrelang Plutonium her

  • Außerdem Import vor angereichertem Uran

Libyen hat nach einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) über längere Zeit den Atomwaffensperrvertrag gebrochen. Das nordafrikanische Land hatte Ende 2003 den Verzicht auf Pläne zum Bau einer Atombombe erklärt und unangemeldete Kontrollen der IAEO zugelassen.

Die UNO-Behörde IAEO teilte nunmehr am Freitag in Wien mit, Libyen habe in einem Geheimprogramm kleine Mengen von atomwaffentauglichem Plutonium hergestellt. Zudem sei leicht angereichertes Uran 1985 sowie in den Jahren 2000 und 2001 eingeführt worden. Angereichertes Uran kann zum Bau von Atombomben verwendet werden.

Libyen hatte zwar die Pläne zum Bau von Massenvernichtungswaffen eingeräumt, jedoch mitgeteilt, die Entwicklung solcher Waffen habe das Stadium von Laborversuchen nie überschritten. Staatschef Muammar Gaddafi hatte erklärt, sein Land habe keine verbotenen Waffen und habe solche auch nicht versteckt. Der Atomwaffensperrvertrag verbietet allerdings bereits die von Libyen eingestandenen Versuche, sich in den Besitz von Atomwaffen zu bringen.

Kommende Woche wird IAEO-Chef Mohamed ElBaradei in Libyen erwartet. Er will dabei mit führenden Vertretern des Landes den Fortgang der Waffenkontrollen und der Abrüstungsschritte besprechen.

(apa)

20.2.2004 19:43