Chronolgie: Haiti unter Präsident Aristide
- Bei Amtsantritt 1991 galt er als Hoffnungspriester
Bei seinem Amtsantritt im Jahr 1991 galt Präsident Jean-Bertrand Aristide für viele Haitianer als Hoffnungsträger. Inzwischen wirft ihm die Opposition vor, mit Korruption und Amtsmissbrauch das Land weiter ins Elend getrieben zu haben. Jetzt hat er das Land verlassen. Einige Etappen der jüngsten Geschichte Haitis:
16. Dezember 1990: Nach 30-jähriger Diktatur gewinnt der Armenpriester Aristide die ersten freien Wahlen in der Geschichte Haitis.
7. Februar 1991: Aristide beginnt seine erste Amtszeit.
30. September 1991: Blutiger Staatsstreich von General Raoul Cedras. Aristide flieht ins Exil, zunächst nach Venezuela, dann in die USA.
16. Juni 1993: Der UN-Weltsicherheitsrat verhängt ein Öl- und Waffenembargo, im Jahr danach ein umfassendes Handelsembargo, um Aristide wieder in sein Amt einzusetzen.
18. September 1994: Unter Druck der USA erklären sich die Militärmachthaber zum Rücktritt bereit. Einen Tage später beginnt der Einmarsch einer von den USA geführten internationalen Truppe in Haiti. Insgesamt rund 21 000 Soldaten werden stationiert.
15. Oktober 1994: Aristide kehrt nach Haiti in sein Amt zurück. Die UN-Sanktionen werden aufgehoben.
6. Februar 1995: Aristide löst die Armee auf und setzt eine zivile Polizei ein.
17. Dezember 1995: Rene Preval, Vertrauter von Aristide, wird zum Präsidenten gewählt. Das Wahlrecht lässt eine unmittelbare Wiederwahl von Aristide nicht zu.
21. Mai 2000: Aristides Partei Lavalas gewinnt die Parlamentswahlen. Die Opposition wirft ihr schweren Wahlbetrug vor.
26. November 2000: Aristide wird in von der Opposition boykottierten Wahlen ein zweites Mal zum Präsidenten gewählt. Er tritt sein Amt am 7. Februar 2001 an.
1. Jänner 2004: Während der Feiern zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit demonstrieren in der Hauptstadt Port-au-Prince Tausende gegen Aristide und fordern dessen Rücktritt.
5. Februar 2004: Aufständische nehmen die Stadt Gonaives ein.
18. Februar 2004: Haitis Regierung bittet das Ausland um Unterstützung.
21. Februar 2004: Eine internationale Delegation interveniert zwischen Aristide und der Opposition. Der Friedensplan, der eine Regierungsbeteiligung der Opposition mit Aristide als Präsidenten vorsieht, wird von der Opposition abgelehnt.
22. Februar 2004: Rebellen erobern Cap Haitien, die zweitgrößte Stadt des Landes.
25. Februar 2004: Frankreich und einen Tag später die USA legen Aristide den Rücktritt nahe.
29. Februar 2004: Präsident Aristide tritt zurück und verlässt das Land. Seit Anfang Februar sind mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen. (APA/red)
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