Donnerstag, 19. Februar 2004

Guantanamo: USA lassen fünf Briten frei

  • Verhandlungen über Freilassung weiterer vier Briten

Die USA lassen fünf der insgesamt neun britischen Gefangenen in ihrem umstrittenen Guantanamo-Lager auf Kuba frei. Das hat der britische Außenminister Jack Straw am Donnerstag in London angekündigt.

Die britische Regierung hatte sich seit langem um die Freilassung bemüht. Sie war unter anderem von einem der Lordrichter des Oberhauses, der höchsten britischen Rechtsinstanz, darauf hingewiesen worden, dass das Guantanamo-Lager gegen einige der wichtigsten Grundsätze des Rechtsstaats verstoße. Die unter Terrorverdacht stehenden Häftlinge werden dort ohne Verfahren auf unbegrenzte Zeit festgehalten und haben keinen Rechtsbeistand.

Straw sagte, die fünf britischen Staatsbürger würden "in den nächsten Wochen" nach Großbritannien zurückkehren. Die britische Polizei werde dann prüfen, ob diese Männer wegen Terrorverdachts vernommen werden müssten. Über die anderen vier Briten in Guantanamo werde mit den US-Behörden noch gesprochen. Straw sagte, die britische Regierung vertrete weiter den Standpunkt, dass sie "entweder gemäß internationalen Maßstäben vor Gericht gestellt oder nach Großbritannien zurückgeschickt werden sollten". (apa)

19.2.2004 19:23