Terror im Irak: Anschlag auf polnischen Stützpunkt forderte elf Menschenleben
- Sicherheitskräfte eröffneten Feuer auf zwei mit Sprengstoff beladene Lastwagen
- Soldaten und Zivilpersonen unter den Verletzten
Bei einem Anschlag auf einen polnischen Militärstützpunkt im Irak sind am Mittwoch mindestens elf Iraker ums Leben gekommen. Bei den Opfern handle es sich um Zivilpersonen, sagte eine US-Militärsprecherin in Bagdad. Auch die beiden Attentäter wurden getötet. Mindestens 23 ausländische Soldaten und 31 Iraker wurden verletzt.
Die beiden irakischen Attentäter hatten versucht, mit ihren mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugen den gesicherten Eingang zu dem Stützpunkt Camp Charlie zu durchbrechen. Mongolische Soldaten der multinationalen Truppe unter polnischem Kommando erschossen einen Fahrer. Der zweite Wagen explodierte. Wie der Kommunikationsdirektor betonte, werde das ungarische Kontingent auch nach dem Attentat seine Tätigkeit im Irak fortsetzen.
Die Schiitenführung hat das angekündigte Veto Bremers gegen eine islamisch geprägte künftige Verfassung als unannehmbar zurückgewiesen. "Niemand hat das Recht, in die Verfassungsgebung einzugreifen", erklärte am Mittwoch Scheich Abdel Mahdi al Karbalai, der persönliche Beauftragte von Großayatollah Ali al Sistani, der höchsten theologischen Autorität der irakischen Schiiten. "Ein Veto kann nur das irakische Volk einlegen", fügte er in Kerbala hinzu.
Bremer hatte am Montag erklärt, dass er einen islamischen Verfassungsentwurf nicht durchgehen lassen werde. In einem vorliegenden Text wird der Islam zur Staatsreligion und zur "Inspirationsquelle für die Gesetzgebung" erhoben. Sollte das von der US-Zivilverwaltung eingesetzte Verfassungsgremium die Scharia als Rechtsgrundlage verankern, könne er die Verfassung blockieren, hatte der Zivilverwalter betont. Auch der "Oberste Rat der Islamischen Revolution im Irak" (SCIRI), der in dem von den USA eingesetzten "Regierenden Rat" als stärkste Schiiten-Gruppierung vertreten ist, wandte sich inzwischen gegen Bremers Aussagen.
US-Außenminister Colin Powell erklärte am Dienstag, die USA wollten sich Vorschlägen der Vereinten Nationen für eine Machtübergabe an das irakische Volk nicht verschließen. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte zuvor angekündigt, bis Freitag seine Einschätzung der Lage im Irak darzulegen. (apa)
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