Mittwoch, 18. Februar 2004

Iran trauert: Über 320 Opfer bei Zug-Explosion

  • Heftige Explosion zerstörte fünf Dörfer: Über 400 Verletzte!
  • PLUS: Die BILDER der Katastrophe!

Nach der verheerenden Zug-Explosion mit mindestens 320 Todesopfern hat der Iran am Donnerstag Abschied von den Toten genommen. Die Regierung rief einen Trauertag in der Provinz Chorassan aus. Verzweifelte Angehörige standen Schlange, um die verkohlten Überreste ihrer Verwandten zu identifizieren und zu bestatten. Auf dem Friedhof von Neischabur in der Nähe des Unglücksortes versammelten sich Hunderte trauernder Dorfbewohner.

Ermittler nahmen die Untersuchungen zur Unglücksursache auf. Ein mit Chemikalien beladener Güterzug war am Mittwoch wie von Geisterhand bewegt losgerollt, entgleist, in Brand geraten und explodiert.

Bei dem Unglück seien nach neuesten Erkenntnissen mindestens 320 Menschen getötet und mindestens 460 weitere verletzt worden, teilte der Vorsitzende der Hilfsorganisation Roter Halbmond in der betroffenen Provinz, Sejed Ali Hosseini, mit. Zuvor war von mindestens 295 Todesopfern die Rede gewesen. Nach Hosseinis Angaben könnten sich noch "viele weitere Opfer" in den Trümmern des explodierten Chemikalienzuges befinden. Bergungsteams seien dabei, einen Krater von 150 Metern Durchmesser und bis zu 25 Metern Tiefe abzusuchen.

Präsident Mohammed Chatami sprach den Angehörigen der Toten sein Beileid aus, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete. Er ordnete eine umfassende Untersuchung der Unglücksursachen an. Mit "mehr Vorsicht und Verantwortungsbewusstsein" müssten derartige Katastrophen künftig verhindert werden. Angesichts der tödlichen Ladung des Güterzuges - Schwefel, Treibstoff, Düngemittel und Baumwolle - stellen sich Fragen nach Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften.

Durch die Wucht der Explosion gestalte sich die Identifizierung der Toten äußerst schwierig, sagte Ermittlungsrichter Mehran Bakili in Neischabur. Die Behörden riefen zu Blutspenden für die Verletzten auf. Schweres Räumgerät war im Einsatz, Helfer arbeiteten aus Furcht vor giftigen Dämpfen mit Atemschutzmasken. (apa/red)

18.2.2004 10:59