Dienstag, 17. Februar 2004

Nahost-Konflikt: Schröder sichert Korei Unterstützung zu

  • "Es ist in unserem Interesse, für eine zunehmende Stabilisierung in der Arbeit des Ministerpräsidenten zu sorgen"

Der deutsche Kanzler Schröder hat dem palästinensischen Ministerpräsidenten Korei die Unterstützung Deutschlands zugesagt. Nach einem Treffen mit Korei am Dienstag in Berlin sagte Schröder: "Es ist in unserem Interesse, für eine zunehmende Stabilisierung in der Arbeit des Ministerpräsidenten zu sorgen." Zugleich forderte er Korei auf, für eine Eindämmung terroristischer Aktivitäten zu sorgen.

Korei wird nach eigenen Worten am Donnerstag mit hochrangigen israelischen Regierungsvertretern zur Vorbereitung eines Treffens mit dem israelischen Regierungschef Sharon zusammenkommen. An dem Gespräch werde auch der Minister und Chefunterhändler Saeb Erekat teilnehmen, sagte der Premier. Wenn es bei diesem Gespräch "spürbare Fortschritte" gebe, werde "hoffentlich auch der Gipfel mit Sharon stattfinden können". Ein Treffen der beiden Regierungschefs wäre das erste seit Koreis Amtsantritt im vergangenen Jahr.

Am Montag hatte Korei nach Gesprächen mit dem deutschen Bundespräsidenten Rau beklagt, dass das palästinensische Volk unter der umfassenden israelischen Okkupation und den brutalen Praktiken der Besatzungsmacht leiden müsse. Falls Israel den Bau der Trennungsmauer im Westjordanland fortsetze, dann gebe es keinen Platz für einen palästinensischen Staat, wie ihn die "Roadmap", der internationale Friedens-Fahrplan für den Nahen Osten, vorsehe.

Die israelische Regierung hatte ihren Ärger über den offiziellen Empfang geäußert, den die deutsche Regierung Korei zuteil werden lässt, indem sie ihn mit allen dem Regierungschef eines souveränen Staates vorbehaltenen Ehren willkommen heißt. Der israelische Botschafter Shimon Stein nannte Korei einen "gescheiterten Ministerpräsidenten", der "nichts zur Bekämpfung des Terrors unternommen" habe. (apa)

17.2.2004 12:58