Halliburton-Affäre: Kuwait setzt U-Ausschuss ein
- Parlamentarier wollen Korruptionsvorwürfen nachgehen
- Jetziger US-Vizepräsident in Affäre verstrickt
Das kuwaitische Parlament hat einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, der sich mit Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit einem Auftrag des US-Ölkonzerns Halliburton befassen soll, an dessen Spitze früher der heutige US-Vizepräsident Dick Cheney gestanden war. Auf Initiative der Opposition stimmten die Abgeordneten am Montag einstimmig für die Bildung der fünfköpfigen Kommission.
Die Parlamentarier des Emirats wollen klären, ob sich kuwaitische Verantwortliche im vorigen Jahr bei der Lieferung von überteuertem Öl an die US-Armee im Irak bereicherten. Der Bericht soll in 60 Tagen vorliegen.
Im Zuge der Affäre war auch Halliburton in die Negativschlagzeilen gekommen. Die Halliburton-Tochter Kellog, Brown & Root (KBR) hatte über die kuwaitische Firma Al Tanmia mit dem Ölunternehmen Kuwait Petroleum die Öllieferung vereinbart. In einem im Dezember bekannt gewordenen Bericht warf das US-Verteidigungsministerium der Halliburton-Tochter KBR vor, den Treibstoff zu überhöhten Preisen an die US-Armee im Irak geliefert zu haben. Nach Medieninformationen wurden 61 Millionen Dollar zuviel gezahlt. Die kuwaitischen Abgeordneten haben nun vor allem das Unternehmen Al Tanmia im Visier, an dem ein Bruder von Energieminister Scheich Ahmed Fahd al Sabah, Mitglied des Herrscherhauses Sabah, beteiligt ist. (apa)
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