Nach Christian": Schausberger will Rechtsanwalt für Kinder
- Schreiben an Justizminister: Rechtliche Maßnahmen bei Justizreform, damit so ein Fall nicht mehr passieren kann
Rechtliche Maßnahmen, damit ein "Fall Christian" nie mehr passieren könne, forderte Salzburgs Landeshauptmann Franz Schausberger (V). In einem Schreiben an Justizminister Dieter Böhmdorfer (F) schlägt er vor, dass Kinder bei Scheidungen ein Rechtsanwalt haben sollen. Im Zuge der Justizreform sollten entsprechende Änderungen vorgenommen werden. "Der Justizminister sollte anhand der unerträglichen Vorgänge im 'Fall Christian' weitere Reformmaßnahmen ausarbeiten lassen", so Schausberger.
Vor allem bei Scheidungen, bei denen das Sorgerecht umstritten ist, sollten Kinder einen Anwalt zur Unterstützung erhalten, so Schausberger. Die Kosten hätten der Schuldige beziehungsweise bei einvernehmlichen Scheidungen beide Elternteile zu tragen. Weiters sollten Urteile über das Sorgerecht nie mehr mit Gewalt durch Gerichtsvollzieher gegen den Willen der Kinder durchgesetzt werden, so der Landeshauptmann. In diesem Fall sollte durch Beiziehung von Mediatoren eine einvernehmliche Lösung erreicht werden. Bis dahin sollte das Kind bei dem Elternteil bleiben, für das es sich entscheidet.
Der Fall Christian hatte im Jänner für österreichweite Aufregung gesorgt. Zum Eklat war es am 26. Jänner gekommen, als Exekutoren den achtjährigen Christian W. in Großgmain mitnehmen wollten. Vor den Kameras und den Mikrofonen von verständigten Medienvertretern wehrte sich der Bub mit Schlägen und Schreien, ins Auto zu steigen, die Gerichtsvollzieher gingen dabei ziemlich grob zu. Laut Gerichtsbeschluss hat die Mutter des Achtjährigen, die in Schweden lebt, schon seit Jahren das Sorgerecht. Der Bub wollte aber offensichtlich beim Vater bleiben. Nach dem Eklat wurde der Bub ins Spital gebracht. Anfang Februar reiste er dann mit der Mutter nach Schweden.
(apa, red)
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