Samstag, 21. Februar 2004

Feuer im Burgenland: 100 Hektar Schilf vernichtet

  • Brand wurde offenbar gelegt

Im Nationalpark Neusiedler See wurden Samstag Nachmittag bei einem Brand rund 100 Hektar Schilf vernichtet. Zwischen den beiden Nationalparkgemeinden Illmitz und Podersdorf stand der Schilfgürtel auf etwa vier Kilometern Länge und einer Breite von rund 150 bis 400 Metern in Flammen. Bei Feuerwehr und Gendarmerie geht man davon aus, dass es sich um Brandlegung handelt.

Samstag kurz vor Mittag heulten in Illmitz die Sirenen. Nahe dem Stall der Przewalskipferde stand der Schilfgürtel in Flammen. Die Situation wurde durch starken Wind verschärft. Zum Glück für die Betreiber des Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel trieb der Wind das Flammenmeer nach Norden, in Richtung Podersdorf. Fachleute schätzen, dass mehr als 100 Hektar Schilf niedergebrannt sind.

Die Feuerwehren von Illmitz und Podersdorf waren stundenlang im Einsatz. Sie versuchten, ein Ausbreiten der Flammen in Richtung Lacken-Radweg in ein Gebiet, wo sich einige Häuser und Stallungen befinden, zu verhindern. Mit so genannten Feuerschuhen bekämpften die Männer hunderte Glutnester, aus denen durch den stetigen Wind immer wieder Flammen aufstiegen.

Bei der Brandlegung dürfte nach Ansicht von Experten ein "Fachmann" am Werk gewesen sein, denn den Rohrdepots, die sich im Teil dieser Bewahrungszone des Nationalparks befinden, passierte nichts. Hingegen wurde der gesamte Uraltbestand des Schilfes ein Raub der Flammen. An der Tierwelt des Schilfgürtels sei laut dem Leiter der Biologischen Station Illmitz, Univ. Prof. Alois Herzig, kein Schaden entstanden, da die Zugvögel ihre Nester noch nicht bezogen hätten.

(apa)

21.2.2004 21:19