Samstag, 21. Februar 2004

Schüssel nach Brüssel? Franzosen sind dagegen!

  • Front der Ablehnung in der EU: "Er hat keine Chance"
  • Unterstützung allerdings von CDU und CSU

In Paris wird eine Bestellung von Bundeskanzler Schüssel zum nächsten EU-Kommissionspräsidenten offenbar ausgeschlossen. "Er hat keine Chance", sagte der Altgaullist und Europa-Abgeordnete Charles Pasqua. Der langjährige Vertraute von Staatspräsident Chirac sieht eine Front der Ablehnung gegen Schüssel.

"All jene, die dem österreichischen Regierungschef seinerzeit scharfe Lektionen erteilt haben, würden sich mit ihrer Zustimmung zu einem solchen Szenario doch der Lächerlichkeit preisgeben", so Pasqua, der allerdings Schüssels Leistung bei der "Marginalisierung der FPÖ" würdigte.

Pasqua: "Die FPÖ hat bei weitem nicht mehr den Einfluss, den sie bis zu ihrer Einbindung in die Regierungsgeschäfte durch Schüssel gehabt hat."

Schüssel wurde zuletzt auch von deutschen Regierungskreisen als möglicher Kandidat für die Nachfolge von Prodi genannt. Allerdings wurde in Berlin auch darauf hingewiesen, dass es möglicherweise von französischer Seite Einwände gegen die Nominierung des Österreichers gebe. Klare Unterstützung für Schüssel kam von den deutschen Christdemokraten.

Der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, Pöttering von der deutschen CDU, sieht nach wie vor "gute Chancen" für Schüssel. Er betonte allerdings kürzlich, dass er sich auch den derzeitigen Landwirtschaftskommissar Fischler als Prodi-Nachfolger vorstellen könne. Fischler sei eine "außergewöhnlich geachtete Persönlichkeit".
(apa)

21.2.2004 08:38