Freitag, 20. Februar 2004

Steuerreform: 66% befürchten neue Belastungen

  • SWS-Umfrage zeigt Vertrauensverlust
  • Kienzl: "Reform" für die Österreicher ein "schmutziges Wort"

66 Prozent der Österreicher befürchten, dass ihnen durch die Steuerreform "sehr viel mehr" oder "etwas mehr" genommen werde. Das ergab eine Umfrage (993 Befragte, Jänner 2004) der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS). Demnach erwarten 17 Prozent keine Einbußen. Ebenfalls 17 Prozent sind unentschieden oder machten keine Angabe.

An meisten ausgeprägt ist das Misstrauen mit 77 Prozent unter den SPÖ-Anhängern. Es folgen die FPÖ-Anhänger (75 Prozent). Auch die Mehrheit der Grünen (56 Prozent) und der ÖVP-Wähler (51 Prozent) haben in der SWS-Umfrage ihre Angst vor der Steuerreform bekundet.

"Reform" sei für die Österreicher ein "schmutziges Wort", interpretierte SWS-Obmann Heinz Kienzl die negativen Daten: "Alle fürchten sich vor Reformen", fasste Kienzl die Ängste zusammen. Mit dem "Wunder der Steuerreform" könne "kein Wähler hinter dem Ofen hervorgelockt und zur Wahlurne gebracht" werden.

71 Prozent der Österreicher sind auch der Meinung, dass ihnen durch die Sparpakete der Regierung "sehr viel oder etwas mehr" weggenommen wurde als ihnen die Steuersenkung im Jahr 2000 gebracht habe. 18 Prozent wiesen diese Einschätzung zurück, 11 Prozent machten keine Angabe.

Eher positiv fiel die Meinung zu der in dieser Zeit eingeführten Euro, aus: 12 Prozent haben "sehr großes", 38 Prozent "großes" Vertrauen. Eher wenig vertrauen dem Euro 30 Prozent, auf sehr große Ängste ist der Euro bei 10 Prozent gestoßen. 8 Prozent setzen "überhaupt kein Vertrauen" in den Euro, 2 Prozent machten keine Angabe.

Wie sehr bei solchen Umfragen die politische Einschätzung eine Rolle spiele, mache ein besonders besonders herausragendes Ergebnis deutlich: bei den FPÖ-Wählern gebe es "überhaupt eine negative Einstellung": nur 42 Prozent schätzten den Euro "hoch", erläuterte Kienzl. (apa)

20.2.2004 13:45