In London: Simon Wiesenthal zum "Ritter" geschlagen
- Wegen seines lebenslangen Dienstes an der Menschheit und des Einsatzes bei der Verfolgung von Nazi-Kriegsverbrechern
Simon Wiesenthal (95) ist von der britischen Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen worden. Wiesenthal sei am Donnerstag in London "wegen seines lebenslangen Dienstes an der Menschheit" und des Einsatzes bei der Verfolgung von Nazi-Kriegsverbrechern mit dem Ehrentitel "Knight Commander of the Order of the British Empire" ausgezeichnet worden, teilte die britische Botschaft in Wien mit.
"Herr Wiesenthal war unermüdlich in seinem Dienst an den jüdischen Gemeinden im Vereinigten Königreich und anderswo, um zumindest einige der furchtbaren Untaten des Holocaust wieder gut zu machen. Wenn es einen Namen gibt, der dieses lebenswichtige Bewältigen der Vergangenheit versinnbildlicht, dann ist es jener von Simon Wiesenthal", begründete der britische Außenminister Jack Straw die hohe Auszeichnung für den "Nazi-Jäger".
Straw verwies auch auf das im Jahr 1977 von Wiesenthal gegründeten Wiesenthal Centre, das sich die Erinnerung an den Holocaust sowie die Förderung von Toleranz und Verständnis zum Ziel gesetzt hat, "Ideale, die heute relevanter sind als je zuvor". Die Auszeichnung soll Wiesenthal vom britischen Botschafter in Wien zu einem späteren Zeitpunkt überreicht werden, teilte die Botschaft weiter mit.
Der im Jahr 1908 im galizischen Buczacz geborene Wiesenthal überlebte in den Jahren 1941 bis 1945 den Holocaust in insgesamt zwölf nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Schon in den Lagern merkte er sich die Namen jener, die sich schuldig gemacht haben. Ab seiner Befreiung widmete er sich der Suche nach Naziverbrechern, zuerst für das "U.S. War Crime Office" in der US- Zone Österreichs, und ab 1947 als Leiter des von ihm gegründeten Jüdischen Dokumentationszentrums. Bis heute hat Wiesenthal mitgeholfen, mehr als 1.100 Fälle vor Gericht zu bringen. (apa)
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