Donnerstag, 19. Februar 2004

Terrorismus: 63% der Österreicher fühlen sich bedroht

  • Für 40% bedeutet Neutralität und "Kleinheit" Schutz
  • 81% halten "schwere Waffen" im Kampf gegen den Terrorismus für ungeeignet

Fast zwei Drittel der Österreicher sehen die Sicherheit des Landes durch den internationalen Terrorismus bedroht. Laut einer von der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) in Auftrag gegebenen Umfrage stellt der Terrorismus damit in den Augen der rund 1.000 Befragten die Hauptbedrohung dar. Mehr als die Hälfte der Befragten verneinten, dass Österreich "nicht gefährdet ist, weil wir ein kleines, neutrales Land sind".

Drei Bedrohungsbilder wurden in der Studie aufgeführt: der internationale Terrorismus, internationale Mafia-Organisationen und das Militär anderer Staaten. Während 63 Prozent angaben, dass Österreich Ziel von Terrororganisationen sein könnte, nahmen nur neun Prozent an, dass es "militärisch von anderen Staaten" bedroht sei. Dazwischen rangiert das organisierte Verbrechen, das 40 Prozent der Befragten für ein Sicherheitsrisiko halten. 23 Prozent antworteten, dass die Sicherheit Österreichs überhaupt nicht gefährdet sei. Diese Ansicht vertraten vor allem Personen der jüngsten Altersgruppen. Bei den 26- bis 35-jährigen sind es 30 Prozent, bei den unter 25-jährigen 34 Prozent.

In der Gruppe jener, die den internationalen Terrorismus fürchten, finden sich ebenfalls unterdurchschnittlich wenige unter 25-jährige, während die 36- bis 65-jährige überrepräsentiert sind. Auch die Parteisympathie schlug sich statistisch auf die Antworten nieder. So war unter Personen, die sich als ÖVP-Anhänger deklarierten, der Anteil, die den Terrorismus als Gefahr einstuften, auf 72 Prozent erhöht. Unter den Sympathisanten der Grünen war er mit 55 Prozent deutlich niedriger als das Mittel von 63 Prozent, dem SPÖ-Anhänger und Nicht-Deklarierte entsprachen. Der Einfluss des Bildungsgrades stellte sich als geringfügig heraus. Besser Ausgebildete halten die "Terror-Gefahr" für realistischer als weniger gut Ausgebildete.

Auf die Frage, ob Österreich deswegen nicht durch den internationalen Terrorismus betroffen sei, weil es ein kleiner, neutraler Staat und nicht in internationale Konflikte verwickelt ist, antworteten 58 Prozent mit Nein. 40 Prozent denken hingegen, dass Österreich auf Grund seiner Größe und Neutralität diesbezüglich sicher sei.

Weiterer Gegenstand der Untersuchung waren mögliche Vorkehrungen gegen Terroranschläge im Inland: 87 Prozent der Befragten wünschten sich eine ausreichende Vorsorge durch den Heeresnachrichtendienst, die Polizei und den Grenzschutz. Lediglich zehn Prozent lehnten dies ab. Mit 65 bzw. 64 Prozent fanden die Zusammenarbeit österreichischer mit ausländischen Spionageabwehrkräften sowie die solidarische Beteiligung an allen "Aktionen zur Eindämmung" des Phänomens ebenfalls hohe Zustimmung. Die Ablehnung betrug hier 28 bzw. 29 Prozent. Die Anschaffung von schweren Waffen hält eine große Mehrzahl für das am wenigsten effiziente Mittel, terroristischen Aktivitäten zu begegnen. Nur 13 Prozent sprachen sich dafür aus, 81 Prozent waren dagegen. (apa)

19.2.2004 15:34