Hausbriefkästen: Umstellung scheidet die Geister
- Bis 1. Juli 2006 müssen Hausbrieffach-Anlagen umgerüstet sein
- Zum Befüllen soll kein Schlüssel mehr notwendig sein
Österreich erhält neue Hausbriefkästen: Bis 1. Juli 2006 müssen alle Hausbrieffach-Anlagen so umgerüstet werden, dass zum Befüllen kein Schlüssel mehr nötig ist. Mit einer entsprechenden Verordnung des Infrastruktur-Ministeriums fiel dafür nun der Startschuss. Doch am Umtausch der bestehenden Anlagen scheiden sich die Geister.
Während die Umstellung vom Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) begrüßt wird, kritisiert die Arbeiterkammer (AK) die Kosten. Zu den meisten Hausbriefkästen hat derzeit nur der Briefträger der Post mittels Schlüssel Zugriff. Private Zustelldienste müssen ihre Lieferungen anderweitig an den Kunden bringen. Die Tageszeitung etwa landet in Mietshäusern häufig vor der Wohnungstür - und "verschwindet" mitunter, noch bevor sie der Adressat in die Wohnung holen konnte.
Doch auch andere Poststücke können bereits von alternativen Zustellern geliefert werden, gilt doch das Postmonopol nur mehr für persönlich adressierte Sendungen bis 100 Gramm (Briefe, Postkarten), ab 1. Juli 2006 nur mehr für 50 Gramm. Brieffachanlagen mit "individuellem Einwurfschlitz" sind daher im Zuge der Postliberalisierung erforderlich, so das Infrastruktur-Ministerium in einem entsprechenden Informationsblatt.
Von der AK aber wird dies mit Missfallen gesehen. "Damit private Postanbieter ihre Werbesendungen leichter in jedes Postkastl werfen können", müssten nun fast 1,7 Millionen Hausbrieffach-Anlagen umgerüstet werden, kritisierte man. Dies koste aber bis zu 100 Euro pro Brieffach. Der VÖZ wies die Zahlen der AK zurück. Mit 40 bis 50 Euro pro Fach sei zu rechnen, wurde am Mittwoch betont. (apa)
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