Dienstag, 17. Februar 2004

Eurofighter, bitte warten: F-5-Jets sind "ernst gemeinte" Variante!

  • Platter bestätigt Verhandlungen mit der Schweiz
  • UMFRAGE: Braucht Österreich überhaupt neue Abfangjets?

Das Bundesheer denkt nun doch daran, die Lücke zwischen den Draken und dem neuen Eurofighter mit einem dritten Typ zu füllen. Verteidigungsminister Günther Platter verhandelt mit seinem Schweizer Amtskollegen Samuel Schmidt darüber, amerikanische F-5/Tiger aus eidgenössischen Beständen zu erwerben.

Eine "finanziell vertretbare Variante" ist das Ziel von Verteidigungsminister Günther Platter (V) für die Sicherung der Luftraumüberwachung bis zum Eintreffen der ersten Eurofighter im Jahr 2007. Deshalb habe er eine praktisch fertige Vereinbarung über die weitere Wartung der Draken-Abfangjäger bisher nicht unterschrieben, so Platter am Mittwoch im Gespräch mit der APA. Und deshalb habe er Verhandlungen mit der Schweiz darüber begonnen, vom westlichen Nachbarn möglicherweise F-5-Jets nach Österreich zu bekommen.

"Es ist mir wichtig, dass man Optionen zur Verfügung hat", so der Minister. Die F-5E "Tiger", so die offizielle Bezeichnung der Jets, seien aber mehr als nur eine Variante im Verhandlungsspiel. Es handle sich um eine "ernst gemeinte" Variante, betonte der Minister. Und: "Wenn F-5, dann so rasch wie möglich." Der Betrieb könnte noch heuer starten.

Details, wie eine F-5-Variante für Österreich aussehen könnte, wollte er aber unter Hinweis auf die laufenden Verhandlungen nicht bekannt geben. Dies betrifft die Kosten genauso wie die Frage, ob die Maschinen gekauft oder gemietet würden oder die Frage nach der möglichen Anzahl. Fix sei nur, dass die Maschinen mit österreichischen Hoheitsabzeichen von österreichischen Piloten unter österreichischer Befehlsgewalt geflogen werden müssten. "Alles andere müssen die Experten verhandeln."

Auch einen Zeithorizont wollte der Minister nicht angeben. "Sobald wir ein Ergebnis haben, werden wir es öffentlich kund tun", meinte er. Und: "Ich lasse mich von niemandem in der Welt treiben. Denn durch Zeitdruck gibt es Ergebnisse, die schlussendlich nicht gut sind."

Platter betonte zudem, dass neben den F-5 auch die bisher bekannten Varianten weiter verhandelt würden. Das betrifft zum einen die Verlängerung der Wartungsvereinbarung für die Draken, die bisher an den finanziellen Vorstellungen der Verhandlungspartner gescheitert ist. Mitte März werde er auch nach Schweden fahren, bestätigte der Minister. Dabei werde es in erster Linie aber um andere Themen gehen.

Zur Frage, ob mit der F-5 auch das Einstiegspaket für die Eurofighter hinfällig werden könnte, meinte der Minister, es sei durchaus denkbar, dass trotzdem der eine oder andere Eurofighter schon vor der Liegerung der ersten eigenen Maschinen betrieben werden könnte. (apa)

17.2.2004 18:27