Dienstag, 17. Februar 2004

Nach Messerattentat: Krankenschwester wieder ansprechbar

  • Spitalschef: Derzeit keine kritische Situation mehr

Jene 32-jährige Krankenschwester, die in der Nacht zum Sonntag im Spital der Barmherzigen Brüder in Linz von einem Patienten mit einem Taschenmesser lebensgefährlich verletzt worden war, ist wieder ansprechbar. Dies gab der ärztliche Leiter des Krankenhauses, Dieter Haidinger, bekannt.

"Sie kann derzeit nur flüstern, aber sie atmet wieder selbstständig", so Haidinger. Allmählich beginne die 32-Jährige auch, das Geschehene zu realisieren. "Es wird uns eine vordringliche Verpflichtung sein, ihr in den kommenden Wochen bei der Verarbeitung dieses dramatischen Ereignisses zu helfen", betonte der Spitalschef.

Der Gesamtzustand der Schwester sei stabil, es gebe derzeit keine kritische Situation. Er sei "vorsichtig optimistisch", dass es zu keinen Komplikationen mehr kommt, sagte Haidinger.

Die Messerattacke hatte sich in den frühen Morgenstunden des vergangenen Sonntag auf der chirurgischen Intensivstation ereignet. Der 67-jährige Täter war einige Tage zuvor an der Bauchspeicheldrüse operiert worden. Aus ungeklärten Motiven befreite er sich von den medizinischen Geräten, an die er angeschlossen war, und ging mit einem so genannten Schweizer Messer, das er bei seinen Toilettesachen aufbewahrt hatte, auf die 32-jährige Krankenschwester los. Er fügte ihr eine lebensgefährliche Schnittverletzung im Bereich der Luftröhre zu. Nur durch das rasche Eingreifen der Ärzte im Krankenhaus konnte die Schwester gerettet werden.

Der 67-Jährige befindet sich seither im Psychiatrischen Wagner Jauregg Krankenhaus. Er sagt, er könne sich an die Messerattacke nicht erinnern. Die Spezialisten in der Psychiatrie schließen nicht aus, dass der Mann in einem postoperativen Anfall von Verwirrtheit gehandelt hat. (apa)

17.2.2004 12:14