Montag, 16. Februar 2004

Arbeitsgespräch: Pröll bei Spidla in Prag!

  • Temelin: Regierung Spidla denkt nicht an Ausbau
  • Benes-Dekrete: Spidla denkt laut Pröll "über Gesten nach"

Die tschechische Regierung denke nicht daran, in absehbarer Zeit weitere Ausbaupläne des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin umzusetzen. Das Thema sei "konkret angesprochen" und "konkret beantwortet" worden, sagte Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll in Prag nach einem Arbeitsgespräch mit Ministerpräsident Vladimir Spidla.

Die jetzige Führung habe "keine Ausbaupläne im Kopf". Spidla habe erklärt, dass diese Aussage "für den Zeitraum seiner Regierungsverantwortung gelte", so Pröll.

Benes-Dekrete
In der Frage der Benes-Dekrete wollte der Landeshauptmann den Ministerpräsidenten "nicht interpretieren". Er habe jedoch den Eindruck gewonnen, dass Spidla "über Gesten nachdenkt". Diese seien für eine Zusammenarbeit in partnerschaftlicher Form auch "unbedingt notwendig". Der tschechische Ministerpräsident hatte im Sommer vergangenen Jahres beim Europa-Forum in Göttweig aufhorchen lassen, als er sein Bedauern über die Vertreibungen der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg zum Ausdruck brachte.

Gerade in der Erweiterungsphase sei es besonders wichtig, dass es zwischen Nachbarn ein gutes Arbeits- und Gesprächsklima gebe, sagte Pröll. Mit dem Treffen in Prag sei es zu einer Vertiefung gekommen. "Wir haben sehr offen über jene Fragen gesprochen, die auf dem Weg in die Zukunft wichtig sind."

Themen der Unterredung mit Spidla waren laut Pröll auch Sicherheitsfragen insbesondere im Zusammenhang mit dem Schlepperwesen. Zur Sprache kamen außerdem grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Verkehrspolitik bzw. in Strukturfragen. (apa)

16.2.2004 16:07