Mittwoch, 11. Februar 2004

Das Duell der Logenbeautys

  • Lugner klagt: Mörtel wehrt sich gegen Verbalattacken.
  • Prinz kontert: Frédéric von Anhalt fordert Richard Lugner heraus.

Eigentlich hatte Ballchefin Elisabeth Gürtler schon erleichtert durchgeatmet und sich auf einen skandalfreien Opernball gefreut. Zu früh. Eine Woche vor dem Staatstanz entwickelt sich das Dreiviertel-Gebalze um die Promi-Gäste zur medialen Schlammschlacht am Hochglanzparkett.

Nicht der Stargast von Richard Lugner, 71, erhitzt die Gemüter, sondern die Ankündigung des streitbaren Blaubluts Prinz Frédéric von Anhalt, 60, seines Zeichens Ehemann von Leinwand-Diva Zsa Zsa Gabor, 86. Er will den Lugners die Show stehlen und in Begleitung von Party-Luder Paris Hilton, 22, oder gar Janet Jackson, 34, die Feststiege besteigen. „Wir werden in die dunkelsten Ecken gehen, damit niemand mehr Lugners Loge filmt.“ Grund für die verlorene Contenance: Vor einer Woche, bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Lugner’schen Ballgastes Andie MacDowell, redet „Mausi“ Frédérics betagte Gattin Zsa Zsa Gabor umgehend ins Grab. Zitat: „Lebt die noch?“

Krieg der Gastgeber. Solche Ungeheuerlichkeiten gingen folglich nicht auf die gekaufte Adelshaut des Prinzen: „Das ist einfach niveaulos. Meine Frau sitzt seit ihrem schweren Autounfall im Rollstuhl. Sie ist sehr gekränkt.“ Nun will der Gemahl unter Beweis stellen, nicht auf die Fürsprache des maroden Baulöwen angewiesen zu sein. „Ich kann es mir leisten, ohne Lugners Einladung auf den Opernball zu gehen.“ Und weiters: „Im Gegensatz zu ihm brauch ich auch nichts für meine Gäste zu bezahlen.“ Paris Hilton kenne er persönlich, moniert Frédéric, da seine Frau mit ihrem Großonkel Conrad Hilton verheiratet war und eine nachhaltige Freundschaft zur Familie bestehe. „Ich habe mit ihr telefoniert, und sie ist ganz happy!“

Auch Janet Jackson zähle zum Bekanntenkreis des Erlauchten. Seine bezügliche Anfrage beim zuständigen Agenten blieb bis dato jedoch unbeantwortet.

Illustre Runde. Fraglos bräuchten beide Damen positive Presse: Paris Hilton erregte kürzlich die Öffentlichkeit mit einem angeblichen Pornovideo, welches die Hotelerbin hüllenlos auf dem Weg zu einem Fünf-Sterne-Orgasmus zeigt. Die Schwester des King of Pop wiederum, Janet Jackson, legte jüngst im US-TV ihre rechte Brust frei und schockierte damit das Land der „begrenzten Möglichkeiten“.

Frédéric von Anhalt ist gerade darob auf seine Begleiterinnen stolz: „Lugner bekommt nur Gäste, die seit Jahren keine Aufmerksamkeit mehr erregen. Ich bringe Stars, die gerade erst in den Schlagzeilen waren.“ Auch der Prinz selbst blickt auf eine rege Vergangenheit zurück: Der Düsseldorfer Polizistensohn und ehemalige Saunabesitzer Robert Lichtenberg ist wegen Unterschlagung, Betrug und Hehlerei vorbestraft. Er ließ sich 1978 von der verarmten Kaiserschwiegertochter Marie-Auguste für 2.000 Mark monatliche Leibrente adoptieren. 1986 wurde er der achte Ehemann von Zsa Zsa Gabor. Seit Jahren tingelt er durch deutsche Talksendungen, verkauft seinen Titel via Radioshows und gibt sich als Playboy aus, der dank Viagra mehrere Frauen gleichzeitig zu beglücken vermag.

Kaum wunderlich, dass er im NEWS-Interview auf die gute Schule vergisst und trompetet: „Frau Lugner hat eine Schnauze wie aus dem Rotlichtmilieu.“

Lugner klagt. Indes ganz Gentleman, verteidigt Richie Lugner seine diffamierte Gemahlin. „Ich habe von den Aussagen des Herrn Anhalt gehört und die Sache schon meinen Anwälten übergeben.“ Lugners Juristen sollen nun prüfen, ob dem Hollywood-Prinzen eine „üble Nachrede“ angehängt werden kann. Seine jüngere Hälfte Christina Lugner bewahrt ob solcher Angriffe Haltung: „Ich habe nichts dagegen, dass Herr von Anhalt auf den Ball kommen will. Gäste wie Paris Hilton oder Janet Jackson sorgen nur für mehr Rummel, der Österreich sicher gut tut.“ Lugner hingegen kann dem Last-Minute-Stargast nichts abgewinnen: „Wer ist Paris Hilton? Ein Party-Luder, das ein Pornovideo gedreht hat. MacDowell hingegen hat Glamour und Stil.“

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11.2.2004 16:20