Alitalia-Krise: Regierung in Rom warnt vor Konkurs
- Reformenminister Umberto Bossi warnt die Gewerkschaften
- Italiens Airline schlittert noch tiefer in die Krise
Die Regierung in Rom ist zunehmend über die Lage der krisengeschüttelten Fluggesellschaft Alitalia besorgt, nachdem es immer noch zu keiner Einigung mit den Gewerkschaften über einen im Oktober verfassten Sanierungsplan gekommen ist. Reformenminister Bossi, warnte am Freitag vor den Folgen einer weiteren Verschiebung bei der Umsetzung des Sanierungsplans.
"Wenn man Alitalia sich selbst überlässt droht der Konkurs in sechs Monaten", meinte der Rormenminister und Chef der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord, Bossi. Um Alitalia eine Zukunft zu sichern, müsse man Mut zu schmerzhaften Beschlüssen finden. "Lieber schmerzhafte Maßnahmen heute als die Sperrung der Fluggesellschaft morgen", meinte Bossi.
Auch Verkehrsminister Lunardi hatte kürzlich vor dem Konkurs der noch mehrheitlich im staatlichen Besitz stehenden Alitalia gewarnt. "Die Gewerkschaften müssen sich zum Dialog entscheiden, denn in einigen Monaten wird es nicht mehr um die Streichung von 2.700 Arbeitsplätzen gehen. 22.000 Personen, die gesamte Belegschaft, wird ohne Job sein", warnte Lunardi. Die Umsetzung des Sanierungsplans sei notwendig, damit Alitalia in der neuen Holding aus Air France und KLM, der die italienische Fluggesellschaft beitreten will, Gewicht haben könne.
Seit Wochen versucht die Regierung die Gewerkschaften an den Verhandlungstisch zu bringen und über die geplante Auslagerung von 1.500 Arbeitsplätzen und die Streichung von 1.200 weiteren Stellen zu diskutieren. Laut dem Management ist der Personalabbau eine unentbehrliche Bedingung, um die vor der Privatisierung stehende Fluggesellschaft vor dem Zusammenbruch zu retten.
Während sich die Verhandlungen hinauszögern, schlittert Alitalia immer tiefer in die finanzielle Krise. Die Verlustprognosen für das laufende Jahr wurden im aktuellen Entwicklungsplan 2004-2006 auf 89 Mio. Euro korrigiert, um 50 Mio. Euro mehr als noch im vergangenen Oktober vorgesehen. Demonstrationen und Arbeitskämpfe sind seit Monaten beinahe an der Tagesordnung und belasten die Gesellschaft stark. (APA)
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