Freitag, 13. Februar 2004

Donauzentrum: Holländischer Eigner hat große Pläne

  • Rodamco plant Investitionen von 70 Millionen Euro
  • Die Erweiterung des DZ um weiter 14.000 m² ist eingereicht

Der neue Eigner des Donauzentrums, der holländische Immobilienkonzern Rodamco plant Investitionen von rund 70 Millionen Euro. Das 100.000 m² großen Areal soll um weitere 14.000 m² anwachsen. Handelsketten wie Zara oder P&C haben schon Interesse angemeldet.

"Wir werden hart an einer weiteren Verbesserung arbeiten", sagte Maarten Hulshoff, Vorstandschef von Rodamco Europe bei der kurzfristig angesetzten Pressekonferenz, heute, Freitag. Auch Donauzentrum-Chefin Bettina Breiteneder - über eine Familienstiftung weiterhin mit 10 Prozent beteiligt - erwartet sich von der "Partnerschaft" Synergien in allen Bereichen von der Vermietung bis zu Verwaltung.

Der Vertrag zwischen Rodamco Europe und der zum Breiteneder-Imperium gehörenden Sunrise Privatstiftung über die Übernahme von 90 Prozent der Anteile am Donauzentrum durch Rodamco per 31.12.2003 wurde gestern unterschrieben, nachdem die Kartellbehörde zuvor grünes Licht für den Deal gegeben hatte. Für die restlichen 10 Prozent hat Rodamco - wie berichtet - ab 2007 eine Kaufoption. Bettina Breiteneder bleibt noch ein Jahr im Vorstand der Donauzentrum Besitz- und Vermietungs AG, zusammen mit dem Rodamco-Vertreter Hans Vermeer, der neu in das Gremium einzieht.

Für den auf Handelsimmobilien spezialisierten Konzern ist das Donauzentrum das erste Investment in Österreich und zugleich mit einem Kaufpreis von 270 Mio. Euro das zweitteuerste Objekt im Portfolio, hinter einem Einkaufszentrum in Lyon (La Part Dieu) und vor einem Shoppingcenter in Stockholm (Täby). Im 6,6 Mrd. Euro schweren Immobilienbestand entfallen derzeit 37 Prozent des Immobilienvermögens auf die Niederlande, je rund 16 Prozent auf Frankreich, Spanien und Schweden, je 4 Prozent auf Deutschland und nun Österreich, je 3 Prozent auf Dänemark sowie Zentraleuropa, 1 Prozent auf Belgien. 85 Prozent des Portfolios sind Handelsimmobilien- vor allem Shoppingcenter in 1A-Lagen -, 11 Prozent Büros, 4 Prozent gehören zum Logistik-Bereich. Zu den wichtigsten Mietern zählen vor allem die Preisführer unter den Textil- und Lebensmittelkonzernen und wie Ahold, H&M, Zara, Spar, Auchan oder auch Wal-Mart.

Die Donauzentrum-Manager werden auch das weitere Rodamco-Engagement in Zentraleuropa leiten, bekräftigte Hulshoff. Derzeit besitzt Rodamco in Budapest zwei Shoppingcenter, in Prag und Warschau je ein Shopping- und Entertainmentscenter sowie je eines in Bau. Für weitere Projekte sei noch Spielraum vorhanden, der Anteil von Zentraleuropa im gesamten Portfolio soll auf maximal 10 Prozent steigen, kündigte der Rodamco-Chef an.

Den bisherigen DZ-Eigentümern streute Hulshoff Rosen: das mittlerweile auf rund 100.000 m2 vermietbare Fläche angewachsene Center sei exzellent geführt, er hoffe auf lange Zusammenarbeit. Auf die Frage, ob es weitere gemeinsame Investitionen in Österreich oder Osteuropa geben werde, sagte Hulfhoff: "Wir sind offen dafür". Bei der Wahl der Objekte sei man aber "sehr wählerisch".

Konkret steht derzeit die Erweiterung des DZ um zusätzliche rund 14.000 m2 auf dem Programm. Breiteneder bezifferte die geplanten Investitionen mit 70 Mio. Euro, das Projekt befinde sich in der Genehmigungsphase, Baubeginn könnte 2005 sein. Sorge, die Flächen nicht vermieten zu können, habe sie nicht, das Interesse bei Handelsketten, die noch nicht im DZ sind, wie Zara oder P&C sei groß. (APA/Red.)

13.2.2004 16:03