Freitag, 13. Februar 2004

Parmalat-Skandal: Österreichische Anleger sind kaum betroffen

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Österreich ist beim größten italienischen Finanzskandal mit einem blauen Auge davongekommen. Zwar bleiben 16 Banken auf Krediten von insgesamt 120 Millionen Euro sitzen, doch sei diese Summe laut Finanzmarktaufsicht durchaus verkraftbar. Für private Anleger sind die Verluste noch geringer: Von den rund 2000 heimischen Fonds sind nur 50 überhaupt in Parmalat-Papieren investiert gewesen.

Die heimische Finanzmarktaufsicht gibt Entwarnung für österreichs Anleger. Der Schaden den Mega-Finanzskandal des italienischen Milchkonzerns Parmalat hält sich in Grenzen. Zwar seien 16 Banken mit Krediten in der Höhe von 120 Mio. Euro betroffen, die Verluste seien aber verkraftbar. Auf der Wertpapierseite - Versicherungen, Investmentfonds, Pensionskassen und Mitarbeitervorsorgekassen - sei das Volumen aber "sehr bescheiden", sagte FMA-Vorstandsdirektor Andreas Grünbichler am Freitag im Ö1-Wirtschaftsmagazin "Saldo" des ORF-Radio.

Ob dieses recht geringe Exposure auf "Glück, Talent, Können oder Wissen" zurückzuführen sei, könne er schwer beurteilen, sagte Grünbichler, "wahrscheinlich eine Kombination davon". Gegen Betrug, wie auf Seiten des italienischen Nahrungsmittelriesen mit einem Finanzloch von vermutlich 14,5 Mrd. Euro, sei man nie gefeit. Zu fragen sei jedoch, wieso die Verschleierungs-Aktivitäten über eine so lange Zeitperiode möglich waren: "Parmalat und der ganze Fall hat sich ja nicht innerhalb eines halben Jahres entwickelt."

Den Plan von EU-Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein, auch als Lehre aus dem Parmalat-Skandal eine unabhängige Kontrolle für Wirtschaftsprüfer auf nationaler und EU-Ebene zu etablieren, hält der FMA-Vorstand für "vernünftig, und wir sind auch gerne bereit, unseren Beitrag dazu zu leisten".

Dass Bolkestein dabei Sanktionen bis hin zu einem Berufsverbot für Wirtschaftsprüfer überlegt, stößt bei Grünbichler auf Verständnis: Er halte zwar grundsätzlich nichts davon, nur mit Verboten zu drohen, "aber zum Wirtschaften gehört auch eine bestimmte Ethik und ein bestimmtes Grundverständnis. Wenn es Unregelmäßigkeiten gegeben hat, muss auch eine bestimmte Verantwortung dahinter stehen."

Bolkestein will seinen Vorschlag für strengere Auflagen für Wirtschaftsprüfer bis März ausarbeiten. Die Revisionsvorschläge müssten dann noch die Hürden von EU-Parlament und EU-Ministerrat nehmen. (APA)

13.2.2004 11:05