Deutsche Lkw-Maut: Asfinag steigt mit Österreich-Lösung in den Ring
- Der Haken: Deutsche wollen Satellitentechnik, Österreicher verwenden Mikrowellen
- Bei Zuschlag: Millionenauftrag für die Firma Kapsch
·Dt. Lkw-Maut
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Angst vor Schaden von 150 Millionen €
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Österreich setzt auf Mikrowelle
·Bemautung
Road-Pricing via GPS und GPRS
Nach dem Scheitern der Marathon-Verhandlungen über die Zukunft des deutschen Lkw-Mautsystems will nun die österreichische Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag im Nachbarland ins Rennen steigen und bietet dazu eine "österreichische Lösung" an: Kapsch Traffic Com, Technologielieferant für das heimische Lkw-Mautsystem, IT-Serviceanbieter RIZ IT (Raiffeisen) und der österreichische Mautbetreiber Europpass, eine Tochter der italienischen Autostrade, sollen sich um einen Neuauftrag bewerben.
Der "Haken": Im Gegensatz zur innovativen deutschen Satellitenübertragung setzt das österreichische System auf die bewährte Mikrowellentechnik - und die will der deutsche Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) nicht. In Österreich glaubt man aber, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. So kann sich Kapsch durchaus auch eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Mautbetreiber Toll Collect vorstellen.
Bei Kapsch gibt man sich jedenfalls zuversichtlich, schließlich sei "die Leistungsfähigkeit unseres Mautsystems bekannt", so der Chef der Kapsch Traffic Com, Erwin Toplak. Er denke, das Scheitern in Deutschland "ist ein starkes Zeichen dafür, dass die Forderungen der Politik mit dem, was sich Toll Collect zugetraut hat, stark auseinanderklaffen", ergänzt er.
Käme es zu einer Einigung von Kapsch mit dem bisherigen deutschen Mautbetreiber Toll Collect und gäbe es keine größeren Probleme bei Baubewilligungen, dann könnte das künftige Mautsystem bereits in 12 bis 15 Monaten in Betreib gehen.
Die Mehrkosten, die durch eine neue Lösung entstehen, wären laut Toplak nicht das Problem, denn diese könnte man über Einsparungen wieder refinanzieren.
Wichtig sei, dass einer der Partner, mit dem man gemeinsam eine Mikrowellen-Lösung für Deutschland umsetze, Erfahrung auf diesem Gebiet habe. Das würde nur auf eine Handvoll Unternehmen weltweit zutreffen, Autostrade sei eines davon. Europpass hatte im Vorfeld mehrfach betont, mit allen bisherigen Partnern anzutreten zu wollen.
Das will auch die Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag, wie deren Sprecher Marc Zimmermann erklärte. Ziel solle es sein, gemeinsam mit Europpass, Kapsch und RIZ IT, einer Raiffeisen-Tochter, in Deutschland anzutreten.
Die Kündigung des Mautvertrages durch Minister Stolpe sei jedenfalls die "beste Entscheidung" gewesen, so Zimmermann. Dass die Deutschen eine Mikrowellenlösung ablehnen, will er nicht glauben, schließlich sei das österreichische Mautprojekt "eine Visitenkarte". "Wir haben in 18 Monaten ein funktionierendes System aufgestellt und für sichere Geldeinnahmen gesorgt", so der Asfinag-Sprecher.
Als Konkurrent für die Autostrade - sollte sich Deutschland tatsächlich für ein Mikrowellensystem entscheiden - wurde in Deutschland zuletzt das Schweizer Unternehmen "fela" genannt.
(APA, red)
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