Donnerstag, 12. Februar 2004

Metaller-Steit: Nach langem Ringen Einigung erzielt

  • IG Metall bietet einen neuen Tarifvertrag an
  • Löhne und Gehälter steigen um 2,2 Prozent

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie im deutschen Bundesland Baden-Württemberg ist eine Einigung gelungen und damit ein Arbeitskampf abgewendet worden. IG Metall und Arbeitgeber vereinbarten einen neuen Tarifvertrag für 26 Monate, teilte ein IG-Metall-Bezirksleiter am Donnerstagmorgen nach rund 16- stündigen Verhandlungen in Pforzheim mit.

Vom 1. März an sollen die Löhne und Gehälter um 2,2 Prozent im Volumen steigen, vom 1. März 2005 an noch einmal um 2,7 Prozent. Die Laufzeit endet am 28. Februar 2006. Gleichzeitig einigten sich die Tarifparteien auf Regelungen, um auf betrieblicher Ebene in bestimmten Fällen die Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden zu verlängern. Die Tarifparteien sollen dabei mitwirken und die Zuständigkeit bei betrieblichen Abweichungen von Tarifnormen behalten.

Eine längere Arbeitszeit ist für besonders qualifizierte Arbeitnehmer möglich. Bislang durften 18 Prozent der Belegschaft vor allem in Forschung und Entwicklung bis zu 40 Stunden pro Woche arbeiten, künftig kann die Quote auf bis zu 50 Prozent erhöht werden. Zum anderen erhalten Betriebe die Möglichkeit, für einzelne Arbeitnehmer, Arbeitnehmergruppen oder Betriebsteile die Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden zu verlängern, ohne dass Mehrarbeitszuschläge anfallen.

Die IG Metall betonte, dass die 35-Stunden-Woche weiter der Bezugspunkt der Arbeitszeit im Betrieb bleibe. Mit den vereinbarten Regelungen sollten aber neue Spielräume in den Betrieben geschaffen werden, um Innovationsprozesse zu fördern und Beschäftigung am Standort Deutschland zu sichern. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall empfahl, das Ergebnis auf die anderen Tarifgebiete zu übertragen. Der Vorstand der IG Metall muss noch darüber entscheiden.(APA)

12.2.2004 09:06