Betrüger im EU-Parlament? Martin: Abgeordnete kassierten Tagegeld
- Österreichischer Abgeordneter spricht von über 7.200 Fällen
- Vorwurf: Geld für Sitzungen, an denen Parlamentarier nicht teilnahmen

·H.P. Martin
In NEWS: Kritik an EU-Privilegienrittern
Sitzen lauter Betrüger im EU-Parlament? Abgeordnete des Europaparlaments kassieren angeblich in weitaus größerem Maße unberechtigterweise Tagegelder, als bisher behauptet wurde. Laut "Bild"-Zeitung hat der parteilose österreichische EU-Parlamentarier Hans-Peter Martin in einer jahrelangen privaten Beobachtungsaktion über 7.200 Fälle von Abgeordneten registriert, die Tagegeld einforderten, ohne wirklich an Sitzungen des Parlaments teilgenommen zu haben. Der Schaden gehe in die Millionen, heißt es.
Martin wurde mit den Worten zitiert: "Ich habe mehr als 7.200 problematische Fälle erfasst, wo EU-Abgeordnete skrupellos Tagegeld eingestrichen haben." Er hat dem Bericht zufolge seit Februar 2001 Kollegen systematisch dabei beobachtet, wie sie sich in die Tagegeld-Listen des Parlaments eintrugen, obwohl sie an keiner Sitzung teilnahmen. Mit der Eintragung hätten sie automatisch Anspruch auf das Tagegeld von derzeit 262 Euro, hieß es.
Dem Bericht zufolge schreiben sich bei in Straßburg stattfindenden Sitzungswochen Dutzende Abgeordnete Freitag früh in die Tagegeld-Liste ein, obwohl die Wochensessionen dort seit Jänner 2001 offiziell donnerstags enden. Auch bei Sitzungen in Brüssel trügen sich Abgeordnete regelmäßig in die Listen ein und reisten dann sofort ab. (apa)
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