Mittwoch, 11. Februar 2004

EStAG: Verträge der Ex-Vorstände "mit sofortiger Wirkung" aufgelöst

  • Heinzl, Jeneral und Hirschmann bereits seit Jänner suspendiert

Das Aufsichtsratspräsidium der Energie Steiermark Holding AG (EStAG) hat am 20. Februar mehrheitlich den Beschluss gefasst, die Dienstverhältnisse der im Jänner 2004 suspendierten Vorstände Werner Heinzl, Hubert Jeneral und Gerhard Hirschmann "aus wichtigen Gründen mit sofortiger Wirkung" aufzulösen. Das teilte Aufsichtsratspräsident Richard Ramsauer am Freitagabend mit.

Der neue Vorstand der EStAG unter Johannes Ditz habe im Anschluss gleich lautende Beschlüsse und deren Durchführung gefasst beziehungsweise veranlasst.

Im Fall des Ex-Vorstands Hirschmann, der das Unternehmen ja geklagt hatte, sei es etwas anders. Die Anwälte des Unternehmens hätten hier zu antworten, so Ramsauer. "Wir werden Verhandlungen nur führen, wenn Hirschmann oder sein Rechtsvertreter auf uns zukommt." Ansonsten sei die laufende Klage kein Thema gewesen.

Wie berichtet hatte Hirschmann auf Widerruf der Suspendierung geklagt. Damit, so hieß es bei Beobachtern, schien eine einvernehmliche Lösung vom Tisch, womit eine fristlose Entlassung Hirschmanns im Raum stand.

Ramsauer meinte, es habe bezüglich Hirschmann und dem Grund der Suspendierung - nämlich die Handlungsunfähigkeit der Ex-Vorstände - keine neuen Erkenntnisse gegeben. Im vergangenen Jahr hatte es durch Hirschmann aufgedeckte Turbulenzen um Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzerstellung gegeben beziehungsweise waren Millionenverluste durch eine Beteiligung in der Slowakei und durch den Energiepark Donawitz entstanden. Dazu kam ein hoher Kaufpreis beim Erwerb von 49 Prozent am Energiebereich der Grazer Stadtwerke. (APA/Red.)

11.2.2004 18:52