Dienstag, 10. Februar 2004

Wifo-Unternehmensbefragung: Konjunktur erholt sich langsam

  • Stimmung in heimischer Sachgüter-Produktion hellt sich auf
  • Wifo: Wettbewerbsprobleme in Österreich sind hausgemacht

Laut Österreichischem Institut für Wirtschaftsforschung strahlt der US-Konjunkturaufschwung auf Europa aus. Im Euro-Raum stieg das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2003 gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent. Die Euro-Aufwertung bremste aber die Konjunkturbelebung. Die Ausfuhr erholte sich zu wenig, um einen Aufschwung auszulösen. Der private Konsum wuchs langsam, Investitionen sanken.

In Österreich schätzten die Sachgütererzeuger in der Unternehmensbefragung des Wifo vom Jänner die Konjunktur neuerlich günstiger ein. Exportaufträge und Geschäftserwartungen weisen seit Mitte 2003 aufwärts, die Produktionserwartungen wurden im Jänner allerdings etwas zurückgenommen. Besonders stark verbesserte sich die Stimmung in der Bauwirtschaft.

Die heimischen Exporte erholen sich nur langsam, in den Monaten Juli bis Oktober 2003 lagen sie nominell um 1,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Ausfuhr nach Ost-Mittel- und Südosteuropa floriert, jene in den Dollar-Raum wird dagegen durch den hohen Euro- Kurs gedrückt.

Konsumenten weiter zurückhaltend
Die österreichischen Konsumenten bleiben zurückhaltend. Die realen Einzelhandelsumsätze übertrafen das Vorjahresniveau in den ersten elf Monaten 2003 um nur 0,3 Prozent. Nur der Kfz-Handel meldet ein gutes Verkaufsergebnis: Die Pkw-Neuzulassungen nahmen kräftig zu. Noch stärker erhöhten sich dank der Investitionszuwachsprämie die Lkw-Neuzulassungen.

Der starke Euro wirkt als Bremse
Die Preisentwicklung steht im Zeichen der Konjunkturschwäche und des steigenden Euro-Kurses. Im Dezember lag die Inflationsrate bei 1,2 Prozent. Die Güter des täglichen Bedarfs verteuerten sich wesentlich stärker, doch dämpfte die Verbilligung elektronischer und optischer Geräte den Preisauftrieb.

Im Jänner sank die Zahl der aktiv Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr um 4.500, die Zahl der Arbeitslosen nahm um 8.800 zu. (APA/Red.)

10.2.2004 10:00