Samstag, 14. Februar 2004

Schönfelder im Glück: Habe die richtige Dosierung gefunden

  • "Learning by doing"-Prozess auf und abseits der Piste
  • PLUS: Alle Sieger und die aktuellen Weltcupstände!

Drei Slaloms vor Saisonende ist Rainer Schönfelder Weltcup-Leader und stolzer Träger des "Roten Trikots" - für den Kärntner die logische Folge eines arbeitsreichen "Learning by doing"-Prozesses, der noch lange nicht abgeschlossen ist. "Ich habe endlich die richtige Dosierung gefunden und bin geduldiger geworden. Ich weiß jetzt genau, was ich brauche, es geht momentan alles sehr leicht", erklärte ein relaxter Schönfelder vor dem Rennen in St. Anton. Im spannenden Slalom-Weltcup führt der Adelboden-Sieger mit 455 Punkten vor seinem Landsmann Benni Raich (442) und dem Finnen Kalle Palander (342).

An seine derzeitige Platzierung in der Slalom-Wertung will der gebürtige Bleiburger, so gut es geht, nicht allzu viel denken. "Das Rote Trikot ist punkto Styling super, es passt gut zu meinem Slalom-Anzug. Aber das ist auch schon alles, was ich zu diesem Thema sagen möchte." Viel lieber spricht "Schöni", der am Sonntag wohl wieder mit rot-weiß-roten Fingernägeln auftauchen wird, über seine Konstanz, seine mentale Stärke. "Siege und Statistiken sind Resultate harter Arbeit. Deswegen habe ich mich auch nie gefragt, wann ich endlich wieder gewinne. Das kommt von alleine."

Die im Slalom so wichtige Dosierung zwischen Risiko und Sicherheit (Schönfelder: "Ich war von kleinauf ein sicherer Fahrer") beschreibt der 26-Jährige so: "Wo es das Rennen erlaubt, musst du voll attackieren. Aber wenn du ausfällst, hast du nichts davon. Mit einem Nullerl bist du im Weltcup gleich irgendwo." Schönfelder hat bisher fünf Weltcup-Slaloms gewonnen und natürlich noch viel vor: "Ich will über Jahre konstant fahren, bin noch lange nicht am Ende meiner Vision. Da ist noch Spielraum nach oben."

Ich will Spaß, ich geb Gas!
"Der Spaßfaktor ist am wichtigsten" - diesem Grundsatz ist Schönfelder nicht nur auf der Piste, sondern auch abseits davon stets treu. Ob als Sänger oder durchaus talentierter Hobby-Kabarettist - der Kärntner lässt kaum eine Möglichkeit zur Showeinlage ungenutzt.

So auch kurz nach dem Weltcup-Finale am 20. März, wenn sich Schönfelder den österreichischen Meisterschaften der Luftgitarristen stellt. Im Rahmen des Bewerbes der "All Austrian Airguitar Association" (AAAA) geht es um die Qualifikation für die WM im Juni in Finnland. Neben Hermann Maier (Tiefschnee-WM in Kanada) hat also auch Schönfelder in der großereignislosen Ski-Saison WM-Pläne.

Privat tritt aber auch ein bunter Vogel wie Schönfelder durchaus auch einmal etwas leiser. Mit Freundin Manu bewohnt er nach wie vor eine Wohnung in Wien, charakterlich will sich Schönfelder ähnlich wie auf der Piste entwickeln. "Dieser Prozess gilt nicht nur für den Sport, sondern auch als Persönlichkeit. Das Gesamt-Paket muss stimmen." Sport, Musik, Show, Privatleben, Zukunftspläne,.... - unterm Strich bleibt für den "Hans Dampf in allen Gassen" nur ein Resümee: "Mein Leben wird wohl nicht ausreichen, um alles reinzubringen, was ich mir vorstelle."

(apa/red)

14.2.2004 11:08