Freitag, 13. Februar 2004

Vierfachsieg: Maier schlägt Eberharter in St. Anton!

  • 3. Grugger, 4. Kröll, 6. Knauss und Walchhofer. "Herminator" übernimmt Weltcupführung
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Vierfachsieg in St. Anton! Das schwerste Rennen der Abfahrtssaison endete mit einem totalen Triumph der ÖSV-Läufer. In einem immens spannenden Rennen sicherte sich Hermann Maier mit einem Husarenritt den Sieg und die Weltcupführung. Knapp geschlagen folgte dem "Herminator" Stephan Eberharter auf Platz zwei. Johan Grugger als Dritter und Klaus Kröll als Vierter komplettieren das großartige Mannschaftsergebnis.

Hinter Maier folgte auf der anstrengendsten Abfahrt des Winters ein lediglich vom Norweger Bjarne Solbakken unterbrochenes Österreicher-Paket. Stephan Eberharter und der sensationelle Johann Grugger (erster Podestplatz der jungen Karriere) sorgten mit den Rängen zwei und drei für ein rein rot-weiß-rotes Podest, dahinter landeten Klaus Kröll, ex aequo mit Solbakken Vierter, und die beiden ex-aequo-Sechsten Michael Walchhofer und Hans Knauß.

"Umso schwieriger das Rennen, umso stärker die Österreicher. Ein mannschaftlich sensationelles Ergebnis", lachte ÖSV-Alpinchef Hans Pum mit der Sonne um die Wette. Denn trotz Solbakken schaffte der ÖSV das Kunststück, mit sechs Läufern unter den Top-6 zu landen.

Keine einzige Wolke war am Tiroler Himmel, als es vor 20.000 Fans zum ersten "Gigantenduell" der Saison kam. Grugger, 22-jähriger Salzburger aus Bad Hofgastein, hatte mit Nummer 16 eine tolle Bestzeit hingelegt, die bis zu Maier (Nummer 27) hielt. Als auch Walchhofer und der US-Amerikaner Daron Rahlves (nur Rang elf) an Maiers Zeit scheiterten, kam es bei der Fahrt Eberharters (Nummer 30) zum "Grande Finale". Der Zillertaler kam mit 0,32 Sekunden Verspätung ins Ziel, freute sich aber dennoch und schlug mit dem "Erzrivalen" aus Flachau brüderlich ein.

Neue Wunderwaffe von Atomic
Maier packte in St. Anton, wo erstmals die WM-Strecke rennmäßig von ganz oben bezwungen wurde, seine neue Wunderwaffe, den Atomic-"Silberpfeil" aus - mit vollem Erfolg. "Ich habe gekämpft wie ein Löwe, bin volles Risiko gegangen, mehr als sonst", berichtete Maier und fügte hinzu: "Nach den vielen Absagen und Verschiebungen ist jetzt der Rhythmus wieder da, ich habe ihn wieder gefunden. Das Wettkampfgefühl ist mir abgegangen."

"Steff" steht vor Sieg im Abfahrts-Weltcup
Eine Vorentscheidung im Abfahrts-Weltcup hat wohl der zweitplatzierte Eberharter herbeigeführt - der Zillertaler führt nun zwei Rennen vor Schluss mit 163 Punkten Vorsprung auf St. Anton-Sieger Maier. "Jetzt schaut's schon sehr gut aus. Ich brauche lediglich noch ein ordentliches Ergebnis, dann brauche ich in Sestriere gar nicht mehr zu fahren", scherzte der 34-Jährige, der so wie seine Kollegen völlig ausgelaugt im Ziel abschwang. Eberharter: "So fertig war ich im Ziel heuer noch nie." Und "Steffs" scherzhafter Kommentar zum neuen, von Maier benutzten Ski: "Alles nur Schmäh, die haben den Ski nur neu lackiert."

Newcomer am Podest
Den bisher größten Erfolg seiner Karriere landete der Salzburger Youngster Grugger. "Es ist unheimlich geil, auf die Tafel hinaufzuschauen - und mein Name steht hinter diesen beiden Größen", freute sich Grugger über die prominenten Kollegen auf dem Podium. Klaus Kröll fiel mit Platz vier, sein bestes Saisonergebnis, ein großer Stein vom Herzen. "Es wurde auch schön langsam Zeit, der Hut hat schon gebrannt", so Kröll, der von 100 Fans aus seinem Heimatort Öblarn begleitet wurde und bereits den Quali-Druck im Nacken hatte.

Trinkl verletzt
Hannes Trinkl, 2001 Abfahrts-Weltmeister in St. Anton, hatte sich die Rückkehr auf seinen Goldberg ganz anders vorgestellt. Der oberösterreichische Routinier (36) stürzte und zog sich eine Sehnenüberdehnung in der rechten Schulter zu. Der Weltmeister des Jahres 2001 kam damit bei seinem Sturz auf der "Karl-Schranz-Strecke" relativ glimpflich davon. Ob und wie lange Trinkl pausieren muss, steht laut Auskunft seines Trainers Robert Trenkwalder erst in zwei Tagen fest. Trinkl war nach dem Sturz zu Dr. Christian Schenk nach Schruns gebracht worden, konnte aber bereits kurz nach dem Rennen die Heimreise antreten.

Maier in Weltcup-Bestenliste schon Dritter
Mit seinem 46. Weltcupsieg liegt Maier in der ewigen Bestenliste bereits gleichauf mit Marc Girardelli auf Platz drei. Vor dem Salzburger sind nur noch Alberto Tomba (50) und Ingemar Stenmark (86).

Die ewigen Bestenliste im Ski-Weltcup:
1.Ingemar StenmarkSWE86--4640-
2.Alberto TombaITA50--1535-
3.Hermann MaierAUT46131913-1
.Marc GirardelliLUX463971611
5.Pirmin ZurbriggenSUI4010107211
6.Stephan EberharterAUT281765--
7.Phil MahreUSA27--7911
8.Franz KlammerAUT2625---1
9.Peter MüllerSUI24192--3
.Gustav ThöniITA24--1194


(apa/red)

13.2.2004 15:00