Außerirdisch! Bode Miller deklassiert die Konkurrenz beim Slalom in St. Anton
- Tolles Heimrennen: Matt rollt als 3. das Feld von hinten auf
- Miller schließt nach Raich-Ausfall im Gesamt-Weltcup auf
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·Benni im Pech
Raich verdrängt
St. Anton-Rennen
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Wie von einem anderen Stern: Bode Miller holte sich den Sieg im Slalom von St. Anton. Der Pisten-Cowboy deklassierte die Konkurrenz in beiden Durchgängen und gewann überlegen vor Kalle Palander und Mario Matt. Der Vorarlberger fuhr bei seinem Heimrennen mit einem tollen zweiten Lauf aufs Podest. Ebenfalls stark: Rainer Schönfelder als Vierter, Newcomer Kurt Engl erreichte Platz fünf!
Miller ist nach dem prächtigen Wochenende - Achter in der Abfahrt, Erster im Slalom - mitten drin im Kampf um den Gesamt-Weltcup. Nach seinem fünften Saisonsieg (zwei Riesentorläufe, zwei Kombinationen, ein Slalom) liegt Miller in der Gesamt-Wertung auf Rang drei, nur einen Zähler hinter dem ausgeschiedenen Benjamin Raich und 70 Zähler hinter Leader Hermann Maier. "Ich habe hier in St. Anton mächtig aufgeholt. Wenn ich gut weiterfahre, ist alles möglich", rechnet sich der 26-Jährige nun wieder gute Chancen aus.
Pisten-Cowboy auf Abwegen
Ein paar Tage zuvor vergnügte sich der Amerikaner noch spätnachts im "Funky Chicken", spielte dort u.a. auch eine Runde American Football und wagte wenige Stunden später den Trainingsritt über die konditionell anspruchsvollste Abfahrt des Winters. Im Gegensatz zu Weltcup-Konkurrent Raich, der sich voll auf den Torlauf konzentrieren wollte, bestritt Miller dann auch die Abfahrt und sackte mit Platz acht wichtige Punkte ein.
Konditionell "blau" wie sein Rennanzug war Miller nach der Abfahrt im Ziel zusammengesackt, 24 Stunden später deklassierte er dann im Slalom die Konkurrenz. "Nach der Abfahrt war ich nur zehn Minuten müde", zeigte sich der bewundernswerte Doppel-Weltmeister von St. Moritz topfit.
Tolles Heimrennen von Mario Matt
Aus ÖSV-Sicht stand Mario Matt im Mittelpunkt. Dem 24-Jährigen aus Flirsch, nur zehn Kilometer von St. Anton entfernt, gelang ausgerechnet an jenem Ort, an dem er 2001 mit WM-Gold den größten Triumph seiner Karriere gefeiert hatte, die Rückkehr aufs Podest. Und das, obwohl Matt, der lange Zeit durch eine 2002 in Kitzbühel erlittene Schulterverletzung aus der Spur war, im ersten Durchgang nur 18. gewesen war. "Da war ich zu verhalten, das war brutal schlecht."
Das "Finale" gelang dem Tiroler dann aber umso besser. "Da habe ich voll riskiert und es ist aufgegangen", berichtete Matt über den großen Satz nach vorne. Ähnlich gut erging es im zweiten Durchgang Kurt Engl, der 25-Jährige aus Dorfgastein verbesserte sich vom 23. auf den fünften Rang und fuhr damit das mit Abstand beste Resultat seiner Karriere ein. "Ein Top-Ergebnis. Ich wollte heuer unbedingt einmal in die Top-10 fahren. Ich bin vollauf zufrieden", freute sich Engl, der im zweiten Lauf sogar Bestzeit hinlegte.
Schönfelder führt Slalom-Weltcup an
Rainer Schönfelder verteidigte mit Rang vier zwar die Führung im Weltcup, musste seinen Top-Platz aber schmerzlich bezahlen. Eine Kippstange prallte gegen den linken Ellbogen des Kärntners, Schönfelder wurde mit einem Druckverband verarztet und düste direkt nach dem Rennen mit geschwollenem Ellbogen zur ärztlichen Untersuchung.
Als Trost bleibt der Blick auf den Slalom-Weltcup: Schönfelder führt mit 505 Punkten auf dem Konto vor Palander (455) und Raich (442). Ausständig sind noch die Slaloms in Kranjska Gora (29. Februar) und Sestriere (14. März).
(apa/red)
